Trauerfeier in Lübeck

Deutschland nimmt Abschied von Günter Grass

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Lübeck - Er war Nationaldichter, Nobelpreisträger, Illustrator und politischer Mensch - entsprechend bunt wird die Mischung des Publikums beim Abschied von Günter Grass in Lübeck sein.

Mit einer Trauerfeier in Lübeck nimmt Deutschland am Sonntag (14.00 Uhr) Abschied von Günter Grass. Der Literaturnobelpreisträger war am 13. April im Alter von 87 Jahren in Lübeck gestorben. Zur Gedenkfeier im Theater werden rund 900 Gäste erwartet, darunter Künstler und Politiker. Der NDR überträgt live.

Als Hauptredner ist der US-Autor John Irving („Garp und wie er die Welt sah“) vorgesehen. Der 73-Jährige hat Grass immer wieder als sein literarisches Vorbild bezeichnet. Beide verband eine enge Freundschaft. Grußworte sollen Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD), Kulturstaats-Ministerin Monika Grütters (CDU) und der Bürgermeister von Grass’ GeburtsstadtDanzig, Pawel Adamowicz, sprechen.

Die Grass-Tochter Helene und der Schauspieler Mario Adorf lesen Gedichte von Grass. Adorf hatte 1979 in der Verfilmung des Grass-Romans „Die Blechtrommel“ eine Hauptrolle gespielt.

Auf der Gästeliste stehen auch Bundespräsident Joachim Gauck, der Präsident der Akademie der Künste, Klaus Staeck, und die Autoren Adolf Muschg und Christoph Hein. Grass hatte sich der Sozialdemokratie verbunden gefühlt und besonders die Wahlkämpfe von Willy Brandt unterstützt. Nicht zuletzt darum wollen auch SPD-Politiker wie Sigmar Gabriel, Hannelore Kraft und Olaf Scholz zur Gedenkfeier kommen.

Grass war Ende April im engsten Familienkreis in seinem langjährigen Wohnort Behlendorf im Süden Lübecks beigesetzt worden.

dpa

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