Karpfensaison

Ein dicker Fisch

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Dieser Karpfen stammt aus dem Maschsee in Hannover.

Gifhorn - Gerade noch rechtzeitig beginnt an diesem Wochenende auch in Niedersachsen die Karpfensaison. Traditionell wird der beliebte Speisefisch in Monaten gegessen, die ein „r“ im Namen haben. Also von September bis April.

Am Sonntag soll ein Hoffest im Kreis Gifhorn die hiesige Saison eröffnen. Man rechnet in Niedersachsen mit einer Ernte von rund 250 Tonnen, die von zehn Familienbetrieben im Haupterwerb und von rund 130 Hobby- und Nebenerwerbs-Teichwirten geerntet werden.

Bereits vor einer Woche waren die sächsischen Teichwirte an den Start gegangen. Dort will man trotz Hochwasserschäden gut 2000 Tonnen Speisekarpfen vermarkten – auch wenn in der Flut viele Fische aus Zuchtbetrieben entkommen konnten.

In Bayern, wo bekanntlich die Uhren anders gehen, ist man auch in Sachen Karpfen seiner Zeit weit voraus. In Mittelfranken stiegen zum symbolischen Abfischen gleich Finanzminister Markus Söder, der zuständige Regierungs- und der Bezirkstagspräsident wie auch die fränkische Weinkönigin mit Wathosen in den Karpfenteich. Die fränkischen Bayern planen in diesem Jahr eine Ernte von 2500 bis 3000 Tonnen.

Übertriebene Hektik ist in Sachen Karpfen allerdings nicht angebracht, denn den meisten Karpfen dürfte an Weihnachten und Silvester die Stunde schlagen. Während man in Franken den „Aischgründer Karpfen“ bevorzugt, der längs halbiert, in Mehl gewendet und in Fett herausgebacken wird, serviert man den Karpfen im Norden und Osten Deutschlands öfter als „Karpfen blau“. „Auf polnische Art“ wird der Fisch von einer dunklen Biersoße bedeckt. Und bei den aktuellen Aischgründer Karpfenschmeckerwochen gibt es auch Karpfenbratwurst und Karpfen-Sushi.

Karpfenverächter wird dies allerdings auch nicht umstimmen. Die einen scheuen den Fisch wegen seiner vielen Gräten, die auch bei Karpfenfilets nie ganz auszuschließen sind. Die anderen mögen den Fisch nicht, weil er schlammig-erdig schmecken kann, wenn die Fischteiche überdüngt werden. Mindestens sieben Euro pro Kilogramm müssen Karpfenfreunde bezahlen, beim Koi für Snobs kann es entschieden teurer werden.

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