Lasagne, Ravioli, Gulasch

Diese Produkte sind vom Pferdefleisch-Skandal betroffen

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Foto: Neben Lasagne wurde auch in Gulasch- und Ravioli-Produkten Pferdefleisch entdeckt.

Berlin - Der Skandal um Pferdefleisch in Tiefkühlspeisen schlägt weiter hohe Wellen. Viele Verbraucher sind verunsichert. Wir geben eine Übersicht zu den betroffenen Produkten – und sagen Ihnen, wie Sie Ihr Geld zurückbekommen.

Der Pferdefleisch-Skandal beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Tiefkühl-Lasagne. Auch in Rindergulasch, Ravioli und Chili con Carne wurde Pferdefleisch entdeckt, obwohl nur Rindfleisch auf dem Etikett angegeben wurde. Lebensmittelanalytiker hatten zudem am vergangenen Wochenende Pferdefleisch in einem Döner entdeckt, der an einer Leipziger Imbissbude verkauft worden war.

In folgenden Produkten wurde nach Angaben der jeweiligen Unternehmen und nach Auskunft der Verbraucherschützer aus NRW und Hamburg undeklariertes Pferdefleisch gefunden – oder die Produkte stehen im Verdacht, das sie Pferdefleisch enthalten könnten:

Rewe: Hier wurden vier Produkte aus dem Sortiment genommen. Neben den Eigenmarken " Rewe Chili con Carne 350g (gekühlt)" und "Rewe Spaghetti Bolognese 400g (gekühlt)" sind auch die Produkte "Mou Lasagne Bolognese" und "Mou Cannelloni Bolognese" betroffen. Laut Rewe kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Produkte Pferdefleisch enthalten.

Lidl: Nachdem in Österreich in zwei Proben von "Combino Tortelli Rindfleisch 400g" Pferdefleisch entdeckt worden war, hat auch Lidl Deutschland das Produkt des Herstellers Gusto/Hilcona aus dem Regal genommen.

Aldi-Nord: In "Tiefkühl Penne Bolognese 750 g" und "Gulasch 540 g Dose, Sorte Rind" wurden Anteile von Pferdefleisch nachgewiesen. Das Gulasch des Lieferanten Omnimax wurde nur in den Aldi-Nord-Regionalgesellschaften Meitzendorf (Raum Magdeburg), Mittenwalde (Raum Süd-Ost-Berlin, Süd-Ost-Brandenburg) und Hoyerswerda (Raum Süd-Ost-Brandenburg, Nord- und Ost-Sachsen) vertrieben. Die "Tiefkühl Penne Bolognese", die von einem anderen Lieferanten als das Gulasch stammt, soll nach Unternehmensangaben in allen deutschen Filialen von Aldi Nord verkauft worden sein.

Aldi-Süd: Der Lebensmittel-Discounter hat "Gulasch 540 g Dose, Sorte Rind (Lieferant Omnimax)" und "Ravioli 800 g Dose, Sorte Bolognese (Lieferant BLM)" zurückgerufen. In beiden Produkten wurde Pferdefleisch nachgewiesen.

Edeka: Bei Edeka ist die "TiefkühlLasagne Bolognese" von "Gut & günstig" betroffen. Bei Analysen wurden in einzelnen Stichproben geringe Mengen Pferdefleisch gefunden.

Real: Das Unternehmen hat die "Tip Lasagne Bolognese 400g, tiefgekühlt" zurückgerufen, hier wurde Pferdefleisch nachgewiesen. Beim "Mini Cheeseburger" von "Agro on(tiefgekühlt)" stehen die Untersuchungsergebnisse hingegen noch aus.

Metro: Der Großhändler hat das Produkt "Lasagne Bolognese Capri 400 g" aus dem Sortiment genommen.

Kaiser's Tengelmann : Die "TiefkühlA&P Lasagne" wird nicht mehr verkauft, nachdem Lieferant Comigel Kaiser's Tengelmann unterrichtet hatte, dass die Lasagne Pferdefleisch enthält.

Eismann: Beim Lieferservice Eismann wurde in zwei Tiefkühl-Lasagne-Produkten Spuren von Pferdefleisch gefunden. Verbraucher werden vom Unternehmen aufgefordert, Produkte an den jeweiligen Verkäufer zurückzugeben.

Die Verbraucherzentrale Hamburg aktualisiert eine Liste zu den betroffenen Produkten regelmäßig, auch eine entsprechende Liste der Verbraucherschützer aus NRW soll auf dem neuesten Stand gehalten werden. Bund und Länder planen zudem eine zentrale Internetseite mit Informationen über Produktrückrufe.

Wer ein verdächtiges Produkt in der Tiefkühltruhe hat, kann sein Geld zurückbekommen. „Der Handel nimmt die Produkte zurück“, sagte Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. Zum Teil geschehe dies auch ohne Kassenbon. „Man hat als Verbraucher das Recht, das zu bekommen, was auf dem Etikett steht“, sagte Schwartau.

Der Pferdefleisch-Skandal hat vor etwa einem Monat in Großbritannien und Irland begonnen, als Spuren von Pferdefleisch in Hamburgern in Supermärkten gefunden wurden. Später zeigten Tests, dass Rindfleisch-Lasagne bis zu 100 Prozent Pferdefleisch enthielt.

In Großbritannien waren zudem Spuren des Medikaments Phenylbutazon in Pferdefleisch entdeckt worden. Nach Einschätzung der Arzneimittelkommission Deutscher Apotheker ist das Mittel nicht ungefährlich. Als Nebenwirkungen seien schwere allergische Reaktionen - Hautausschläge oder Asthma - oder Blutbildschäden möglich, auch unabhängig von der Dosis. Phenylbutazon wird bei Pferden als Dopingmittel verwendet.

Bislang gibt es nach Angaben des Bundesministeriums für Verbraucherschutz keine Hinweise darauf, dass von dem in Deutschland verkauften Fleisch eine Gefahr für die Gesundheit ausgeht.

(mit: dpa)

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