Spargelsaison

Die Discounter sind auf dem Vormarsch

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Foto: Die Marktbeschickerin Regina Harms wiegt Spargel an ihrem Verkaufsstand auf dem Wochenmarkt in Langenhagen ab. Im Rennen um die Gunst der Spargel-Fans haben jedoch Discounter in den vergangenen Jahren spürbar Boden gutgemacht.

Hannover/Bonn - In Deutschland steht wieder überall Spargel auf dem Tisch. Doch wo kaufen die meisten Verbraucher das edle Stangengemüse? Zahlen aus der Branche zeigen: Discounter gewinnen bei Spargel auf Kosten von Wochenmärkten.

Im Rennen um die Gunst der Spargel-Fans haben Discounter wie Aldi und Lidl laut Branchenzahlen in den vergangenen Jahren spürbar Boden gutgemacht. Während der Anteil der Wochenmärkte am Geschäft mit den privaten Spargelkäufern in Deutschland um ein Drittel einbrach, gewannen die Discounter 40 Prozent hinzu. Das besagen Zahlen der Bonner Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (Ami), die die Spargelsaisons 2006 und 2013 vergleichen.

Demnach kommen die Discounter inzwischen auf 22 Prozent Geschäftsanteil. Die Wochenmärkte fielen auf 17 Prozent zurück. Der Anteil der Landwirte mit einem Direktvertrieb, etwa einem Hofladen, legte minimal auf 24 Prozent zu und ist damit der größte Teilbereich.

Michael Koch, Branchenexperte bei der Ami, sieht über die vergangenen Jahre einen klaren Trend hin zum Discounter. Zwar sei der Rückgang bei den Wochenmärkten 2013 womöglich ein wenig überzeichnet, "weil die Witterungsbedingungen sehr schlecht waren", wie Koch zu bedenken gibt. Die generelle Entwicklung sei aber eindeutig.

Koch betonte die Sondersituation beim Spargel. Andere Gemüsearten hätten bereits viel höhere Anteile bei den Discountern. Doch besonders beim Spargel griffen die Verbraucher vergleichsweise gern auf Wochenmärkten oder im Hofladen zu. Das geschehe nun aber eben mit schwindender Tendenz. Immerhin: Während die Wochenmärkte spürbar verlieren, schlug sich die Direktvermarktung der Erzeuger etwa über ihre Hofläden recht wacker. Sie wuchs leicht um fünf Prozent.

Nach Angaben des Landvolks in Niedersachsen, dem Spargelland Nummer eins in Deutschland, hat das Edelgemüse dieses Jahr eine besonders lange Saison. In den Hauptanbaugebieten rund um Nienburg, Lüneburg und Burgdorf hatten die Helfer bereits Anfang April die ersten Stangen gestochen. Damit startete die Spargelzeit zwei Wochen früher als üblich, wie der Bauernverband mitteilte. Ende ist stets um den 24. Juni. Mit 4300 Hektar ist Spargel die flächenstärkste Gemüsekultur in Niedersachsen. Das Land stellt bundesweit die größte Spargelfläche.

Koch liegen die Durchschnittspreise für das Edelgemüse aus der vergangenen Woche (21. bis 27. April) vor. Die Ami sammelt Spargelpreise, die die Verbraucher in Supermärkten und Hofläden oder an Verkaufsständen bezahlen müssen. Demnach kostete ein Kilogramm deutschen weißen Spargels in der letzten vollen Aprilwoche 6,47 Euro im Bundesschnitt. Das ist günstig gegenüber der Vorjahreswoche, als der Durchschnittspreis 8,95 Euro betrug. Damals startete die Saison aber auch sehr verzögert. Im Vergleich mit dem eher gewöhnlichen Jahr 2011 liegen die jüngst verlangten 6,47 Euro rund ein Viertel höher.

dpa

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