Unfall in Sachsen-Anhalt

Drei Arbeiter sterben in Stickstoffwerk

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Foto: Am Donnerstag sind drei Arbeiter bei Wartungsarbeiten in einem Stickstoffwerk in Sachsen-Anhalt gestorben.

Wittenberg - Ein Arbeitsunfall mit drei Toten in einem Stickstoffwerk wirft viele Fragen auf. Wie konnte es zu dem Unglück bei Wartungsarbeiten kommen und woran starben die Männer so plötzlich? Antworten haben die Ermittler bisher nicht.

Drei Arbeiter sind aus unbekannter Ursache bei Wartungsarbeiten in einem Stickstoffwerk in Sachsen-Anhalt gestorben. Die Männer sollten Sandstrahlarbeiten an einer 42 Meter hohen sogenannten Hochfackel in den Stickstoffwerken Piesteritz erledigen und wurden leblos aufgefunden. Um die Todesursache zu klären, wurde eine Obduktion angeordnet, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Dessau-Roßlau am Donnerstag mitteilten.

Die drei Männer im Alter von 43, 47 und 52 Jahren fuhren am Mittwochabend mit einem Aufzug auf Arbeitsplattformen in unterschiedlicher Höhe. Dabei befanden sie sich in der Ammoniakanlage mit der sogenannten Hochfackel. Umgeben von Gerüsten und Planen sieht dieser 42 Meter hohe Teil der Anlage während der Reparaturarbeiten wie ein Schornstein aus. Ammoniak hat einen stechenden Geruch und ist als Gas giftig. Die Hochfackel sollte während der Arbeiten abgeschaltet sein.

Als die Arbeiten nach 20 Minuten noch nicht begonnen hatten, kletterte ein Kollege über Leitern an dem Gerüst hoch. Er fand die Männer an den jeweiligen Stellen leblos auf. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Der Unfallort wurde weiträumig für die Arbeit von Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Gewerbeaufsichtsamt abgesperrt. Die Ermittler beschlagnahmten alle Arbeitsgeräte.

Die Stickstoffwerke Piesteritz mit rund 800 Beschäftigten sind nach eigenen Angaben der größte Ammoniak- und Harnstoffhersteller Deutschlands. Die Produkte werden zumBeispiel in der Düngemittelindustrie benötigt. Die drei Männer aus Wittenberg gehörten einer anderen Firma an und arbeiteten bei der laufenden Generalinspektion der Stickstoffwerke mit, die am 3. September begonnen hatte und sechs Wochen dauern soll.

dpa

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