Auswilderung

Drei Luchse im Harz gestorben

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Verlust für Tierforscher: Drei der im Harz ausgewilderten Luchse sind gestorben. dpa

Bad Harzburg - Herber Rückschlag für Luchsforscher: Gleich drei männliche Luchse, die im Harz ausgewildert worden sind, sind gestorben.

Pechsträhne bei den Pinselohren: Innerhalb weniger Tage sind drei Harzer Luchse ums Leben gekommen. Zwei männliche Tiere, darunter der mit einem Senderhalsband ausgestattete „M1“, wurden im Norden und im Westen des Harzes aufgefunden. Der dritte Luchs, ein etwa eineinhalb Jahre altes männliches Jungtier, wurde in der vergangenen Woche an der Autobahn 44 bei Zierenberg westlich von Kassel entdeckt. Vermutlich war er dort beim Versuch, die Autobahn zu überqueren, überfahren worden.

Der Jungluchs war im vergangenen Dezember in der Nähe der Okertalsperre von Mitarbeitern des Harzer Luchsprojektes in einer Falle gefangen und mit einem Chip und einer Ohrmarke versehen worden. Er gehörte zu einer Luchsfamilie mit insgesamt vier Jungtieren, berichtete der Luchsexperte des Nationalparks Harz, Ole Anders. Später verließ das Jungtier den Harz und wanderte nach Nordhessen aus. Auf der Suche nach einem neuen Streifgebiet legte er eine beachtliche Wegstrecke zurück und schaffte es sogar, die Autobahn 7 zu überqueren. Die nächste Autobahn wurde dann jedoch zur Todesfalle. Die anderen beiden Luchse verstarben vermutlich an Krankheiten. Besonders traurig sind die Mitarbeiter des Luchsprojekts über den Tod von „M1“: Er war im Frühjahr 2008 der erste Harzer Luchs, der mit einem Sender ausgestattet wurde.

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