USA

Drei Tote bei Schießerei in Wellness-Zentrum

Brookfield - Wieder löst ein Blutbad in den USA Entsetzen aus. Diesmal ist der Schütze ein 45-Jähriger, der mit seiner Ehefrau abrechnen will. Die tödlichen Schüsse fallen in einem Schönheitssalon.

Ein 45-jähriger US-Amerikaner hat am Sonntag in einem Schönheitssalon drei Frauen getötet und vier weitere verletzt. Danach brachte er sich selbst um. Ziel war nach Angaben der Polizei die Ehefrau des Schützen, die in dem „Azana Salon&Spa“ in Brookfield (US-Staat Wisconsin) arbeitete und getrennt von ihm lebte. Sie hatte erst in der vergangenen Woche bei Gericht eine einstweilige Verfügung erwirkt, die ihrem Mann für vier Jahre verbot, ihr nahe zu kommen. Außerdem sollte er seine Waffen abgeben. Die Ehefrau ist unter den Toten.

In Brookfield, einem gutbürgerlichen Vorort von Milwaukee, löste das Verbrechen Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Es war das zweite Blutbad in der Region von Milwaukee in weniger als drei Monaten. Am 5. August hatte ein Mann in einem Sikh-Tempel in Oak Creek sechs Menschen erschossen, bevor er sich selbst tötete. Und nicht einmal einen Kilometer von dem Salon entfernt steht jene Kirche, in der ein anderer Mann 2005 das Feuer auf Gläubige eröffnet und sieben erschossen hatte.

Der Azana-Salon, der gegenüber einem Einkaufszentrum liegt, ist sonntags geöffnet. Ungefähr ein Dutzend Menschen hielten sich dem „Journal Sentinel“ zufolge in dem Gebäude auf, als der Mann gegen 11 Uhr vormittags im Taxi vorfuhr, einen Rucksack auf dem Rücken, eine Waffe in der Hand. Er sei dann in das Gebäude gestürmt, und habe gefeuert, zitierte die Zeitung eine Augenzeugin. Sie hielt sich den Angaben zufolge zusammen mit einer anderen Masseuse und zwei Kundinnen im ersten Stock des Salons auf.

Sie hätten die Tür mit Massage-Tischen verbarrikadiert, die Musik abgedreht und alle Lampen ausgeschaltet. Dann habe sie mit ihrem Handy den Polizeinotruf gewählt. Es dauerte der Schilderung zufolge aber 45 Minuten, lange Minuten voller Angst im Dunkeln, bis die Polizei sie erlöste und sie ins Freie rennen konnten.

Der Schütze wurde dann später in einem Hinterzimmer des Salons tot aufgefunden. Die Polizei hatte sich vorsichtig durch das Gebäude vorarbeiten müssen, nachdem sie in einem Zimmer einen verdächtigen Gegenstand gesichtet hatte. Statt der befürchteten selbstgebastelten Bombe handelte es sich jedoch um einen Propangas-Behälter.

Nach Medienberichten hatte es zwischen dem Täter, einem Ex-Marine und Autoverkäufer, und seiner Frau schon länger Probleme gegeben. So soll die Polizei vor der Trennung zuvor mehrere Male ins Haus des Paares gerufen worden sein, in dem das Paar mit der gemeinsamen 13-jährigen Tochter und einer 20-jährigen Tochter aus einer früheren Beziehung der Frau lebte. Die Frau habe schließlich die einstweilige Verfügung beantragt, nachdem ihr Mann Reifen an ihrem Auto aufgeschlitzt hatte.Dem Journal Sentinel“ zufolge hatte der Schütze in der vergangenen Woche einen Hilferuf ausgesendet, ein Signal für eine mögliche Eskalation. „Ich muss aus Wisconsin raus“, schrieb er demnach in Facebook. „HELP...“

dpa/mhu

Hass, Rache und die Suche nach Anerkennung sind meist die Motive, wenn Menschen wahllos um sich schießen. Besonders viele Fälle gibt es in den USA. Hier die traurige Chronologie der Amokläufe seit Oktober 2011:

Oktober 2011: Südlich von Los Angeles werden in einem Friseursalon acht Menschen erschossen. Der Todesschütze war mit seiner Ex-Frau in einen erbitterten Sorgerechtsstreit verwickelt. Auch sie stirbt.

April 2012: Bei einem Amoklauf an einem Privatcollege im nordkalifornischen Oakland kommen sieben Menschen ums Leben. Ein 43 Jahre alter ehemaliger Schüler stellt sich der Polizei. Er sei auf eine Angestellte und frühere Mitschüler wütend gewesen, erklärt er.

Juli 2012: Bei einer „Batman“-Kinopremiere erschießt ein 24-Jähriger in einem Kino der Stadt Aurora bei Denver (Colorado) zwölf Menschen. Fast 60 werden verletzt. Die Anwälte des Täters machen geltend, er sei psychisch krank.

August 2012: Ein Ex-Soldat erschießt sechs Menschen in einem Sikh-Tempel in Wisconsin. Der Täter aus der rechten Szene stirbt durch eine Polizeikugel. Möglicherweise wollte er die Terroranschläge vom 11. September 2001 rächen und hielt die Sikhs für Muslime.

August 2012: Eine geplante Zwangsräumung in Texas führt zu einer Schießerei mit drei Toten und vier Verletzten. Ein 35-Jähriger hatte sich in seiner Wohnung verschanzt und das Feuer eröffnet, als ein Polizist ihm den Räumungsbefehl übergeben wollte.

August 2012: Mit einer Kalaschnikow feuert ein frustrierter Angestellter (23) in einem Supermarkt bei New York um sich und erschießt zwei Kollegen. Danach tötet er sich selbst.

dpa

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