Wunderkind

Dreijährige Britin hat höheren IQ als Einstein

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Foto: Bei einem dreijährigen Mädchen aus England ist ein IQ von 162 festgestellt worden. Zwei Punkte mehr als Genie Albert Einstein besaß.

Guildford - Die dreijährige Britin Alice Amos kommt auf einen IQ von 162 – normal ist das nicht. Sie ist nun Mitglied im Internationalen Netzwerk für Hochbegabte (Mensa).

Albert Einstein, Napoleon, Stephen Hawking – alles ehrenwerte Herren, die Erstaunliches zustande gebracht haben; gewiss. Mit Alice Amos allerdings hätte es wohl keiner von ihnen aufnehmen können. Alice Amos hat ein Faible für die Fabeln des Äsop, ist versiert im Umgang mit Zahlen, malt, singt, tanzt, bastelt mit beachtlicher Akkuratesse – und zählt mit ihren gerade einmal drei Jahren zu den jüngsten Mitgliedern des Internationalen Netzwerks für Hochbegabte (Mensa). Der britische Ableger des Hochbegabtenklubs hat jetzt die kleine Alice in seine exklusiven Reihen aufgenommen, denn Alice hat erwiesenermaßen einen IQ von 162 – zwei Punkte mehr als Einstein und Hawking, 17 mehr als Napoleon.

Alice ist vor nicht allzu langer Zeit mit ihren Eltern aus Russland in das südenglische Städtchen Guildford gezogen. Russisch ist ihre Muttersprache, Englisch kam als Zweitsprache dazu, aber was heißt das schon bei einem Wunderkind, dessen Hirnzellen offenbar gar nicht genug kriegen können vom Wissen der Welt. „Fest steht“, sagt die Professorin und Kinderpsychologin Joan Freeman, „dass Alice die Fähigkeit hat, in ihrem Leben alles zu erreichen, was sie will.“ Freeman war es, die Alice’ IQ ermittelt hat – auf Bitten der Eltern, die nach einer Erklärung für die wundersame Entwicklung ihrer Tochter suchten.

Denn es war nicht so, dass die kleine Alice als Alleswisser und Alleskönner auf die Welt kam. Sie war sogar „etwas langsam, als es ums Sprechen ging“, sagt ihr Vater Vitali. Dann aber, mit zweieinhalb Jahren, sprudelte es aus Alice offenbar nur so heraus. „Es war, als ob sich die Schleusen geöffnet hätten“, sagt Alice’ stolzer Vater. Alice vertiefte sich in ihre Bücher, hatte mit zwei Jahren und neun Monaten ihre erste Buchreihe zu Ende gelesen, die eigentlich für Vier- bis Fünfjährige gedacht war, und wurde von Tag zu Tag schlauer. Und eines Tages nannte sie die anderen Kinder im Kindergarten „Babys“, da beschloss ihre Mutter Tatiana, sie aus der Einrichtung zu nehmen.

„Für die Kinder, aber auch für Eltern ist es nicht immer leicht, wenn Hochbegabung diagnostiziert wird“, sagt Susanne Bähre, Leiterin des Zentrums für frühe Begabung und Förderung in Hannover-Mittelfeld. „Den Eltern wird oft unterstellt, sie hätten ihren Kindern das Wissen antrainiert, und die Kinder gelten vielen als verhaltensauffällig“, sagt Bähre.Zudem glaubten viele, Hochbegabung gehe zwangsläufig einher mit Höchstleistung – „ein Missverständnis“, sagt Bähre: „Kinder, die nicht entsprechend ihrer besonderen Fähigkeiten gefördert werden, können mitunter schlechte Schüler sein und die Lust auf Schule komplett verlieren.“Alice hat große Lust auf Unterricht – sie unterrichtet sehr gern ihre Schwester Katie, sagen Alice’ Eltern. Katie ist 18 Monate alt.

von Peter Nonnenmacher

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