Höchstwerte in den Niederlanden

Drogen aus dem Wasserhahn

+
Foto: Höchstwerte in Europa: In den Niederlanden werden mehr Drogen konsumiert als irgendwo sonst in Europa.

- Die Niederländer haben die liberalste Drogenpolitik in Europa. Anders als oft behauptet, hat das jedoch nicht dazu beigetragen, dass weniger Drogen konsumiert werden. Im Gegenteil: Die Niederländer kiffen, koksen und schlucken so viele Aufputscher wie kein anderes Volk in Europa.

Absolute Drogenhochburg ist Eindhoven, gefolgt von Amsterdam und Utrecht. Allein in Amsterdam werden jeden Tag 20.000 bis 30.000 Kokain-Linien à 100 Milligramm konsumiert. Das geht aus einer Untersuchung des niederländischen Instituts für Abwasserreinigung (KWR) hervor.

Das KWR hat die Abwässer in zahlreichen europäischen Städten analysiert. Darin sind nämlich die Reste von Kokain, Haschisch oder Ecstacy zu finden, weil sie nach Gebrauch vom Körper ausgeschieden werden und so in die Kanalisation gelangen.

Die meisten Drogenreste fanden sich in Eindhoven. Nicht nur weil dort am meisten Drogen konsumiert werden, sondern weil dort sehr viele vor allem chemische Drogen produziert werden. „Die Region Nordbrabant ist das Drogenlabor Europas“, sagt Pim de Vogt, der an der Studie mitgearbeitet hat. Auch die Abfälle der Herstellung der Drogen landen meist im Abfluss. Oft aber stellen die illegalen Drogenproduzenten sie auch einfach irgendwo in einem Wald ab.

Auch die flämische Metropole Antwerpen in Belgien scheint eine Drogenhochburg zu sein. Unter den europäischen Spitzenreitern sind ferner London und Paris und auffallend viele Städte in der Schweiz. Zürich führt in der Schweiz beim Drogenkonsum, gefolgt von St. Gallen, Bern, Basel und Genf. In der EU-Hauptstadt Brüssel hingegen ist der Drogenkonsum nach der KWR Studie im EU-Vergleich relativ moderat.

Das gilt auch für die deutschen Metropolen Berlin, Hamburg und München. Ausnahme ist Dortmund. Dort werden überdurchschnittlich häufig Drogen konsumiert, die später im Wasserkreislauf landen.In den Niederlanden ist das Problem bereits bekannt. In Amsterdam etwa warnen Experten bereits vereinzelt davor, Wasser aus der Leitung zu trinken. Gerade nach Party-intensiven Wochenenden verzichten in der Metropole viele auf das Trinkwasser „uit de kraan“.

Von Helmut Hetzel

Kommentare