Misstrauen gegen Ärzte

Ebola-Aufklärungsteam in Guinea erschlagen

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Conakry - Ebola verbreitet in Afrika immer mehr Angst und Schrecken: Aufgebrachte Dorfbewohner haben im Südosten von Guinea sechs Regierungsvertreter und Journalisten erschlagen.

Ein Ärzteteam, das Bewohner in Guinea über Ebolaaufklären sollte, ist offenbar getötet worden. Insgesamt acht Leichen seien aus der Sickergrube eines Dorfes nahe der Stadt Nzerekore im Süden Guineas gezogen worden, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstagabend in der Hauptstadt Conakry. Er sprach von einem kaltblütigen Mord. Die Täter sind vermutlich Bewohner des Dorfes.

Auch drei Journalisten, die die Mediziner begleitet hatten, seien getötet worden. Sie hatten berichtet, von den Dorfbewohnern angegriffen und mit Steinen beworfen worden zu sein, bevor der Kontakt zu ihnen abbrach.

Das Dorf liegt nicht weit vom ersten Ausbruchsort der derzeitigen Ebola-Epidemie entfernt. Die Bewohner machen Ärzte und Politiker mitverantwortlich für die Epidemie. Dem Gesundheitsminister des Landes, Remy Lamah, war es jüngst beim Versuch, in den Ort zu reisen, nicht gelungen, die Straßensperren zu überwinden. Ärzte waren wiederholt angegriffen und vertrieben worden.

Im Nachbarland Sierra Leone begann unterdessen eine auf drei Tage angelegte Ausgangssperre. Bis zum Sonntag sollen Bewohner in ihren Häusern bleiben, unter anderem, um Gesundheitspersonal die Erfassung aller Infizierten zu ermöglichen. Bewohner hatten nach Berichten von Korrespondenten vor Ort am Donnerstag Läden gestürmt, um ausreichend Lebensmittelvorräte anzulegen. Die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" kritisierte die Ausgangssperre. Mit ihr werde das Vertrauen zwischen Ärzten und Patienten zerstört, sagte eine Sprecherin. Erkrankte würden in den Untergrund getrieben, was zu einer weitere Ausbreitung der Seuche führe.

Neben Guinea und Sierra Leone ist auch Liberia stark von der Ebola-Epidemie betroffen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO vom Donnerstag sind bislang mehr als 5.300 Ebola-Fälle und über 2.600 Tote registriert worden. WHO-Chefin Margaret Chan warnte jedoch, die wirklichen Zahlen seien deutlich höher.

epd

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