Seuche in Sierra Leone außer Kontrolle

Ebola-Verdacht in Holland nicht bestätigt

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- Während sich zwei Ebola-Verdachtsfälle in den Niederlanden und den USA nicht bestätigt haben, steigt die Zahl der Toten in Sierra Leone sprunghaft an.

Ein Ebola-Verdacht in den Niederlanden hat sich vorerst nicht bestätigt. Nach ersten Bluttests leide der Patient an Malaria, teilten die Gesundheitsbehörden am Sonntagabend mit. Der Mann waram Samstagabend krank aus Sierra Leone zurückgekommen und in das Rotterdamer Universitätskrankenhausgebracht worden. Wegen der langen Inkubationszeit der Infektionskrankheit müssten allerdings noch weitere Testergebnisse abgewartet werden, teilte ein Sprecher mit. Seit Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika waren in den Niederlanden etwa 15 Verdachtsfälle bekanntgeworden. Keiner davon hat sich bestätigt.

Ein neuer Ebola-Verdacht bei einem zuvor von dem Virus geheilten US-Arzt hat sich nicht bestätigt. Die Laborergebnisse seien negativ gewesen, teilte die zuständige US-Gesundheitsbehörde am Sonntag mit. Der Arzt und christliche Missionar Rick Sacra, der sich in Liberia mit Ebola infiziert hatte, war Ende September zunächst geheilt aus der behandelnden Klinik in den USA entlassen worden. Allerdings wurde er am Samstag erneut mit Symptomen eingeliefert und unter Quarantäne gestellt. Diese sei nun aufgehoben worden, hieß es.

Der US-Kameramann des Nachrichtensenders NBC News, der sich ebenfalls im westafrikanischen Liberia mit Ebola infizierte, war am Montag auf dem Weg zur Behandlung in den USA. Dort soll er ins Nebraska Medical Center eingeliefert werden, wo auch Sacra behandelt wurde. Erstmals war zuletzt auch ein Mensch in den USA selbst mit Ebola diagnostiziert worden. Der Patient Thomas Eric Duncan, der aus Liberia stammt, wird im US-Bundesstaat Texas behandelt. Sein Zustand galt zuletzt als "sehr ernst". Der Mann war am 28. September ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem Ärzte zwei Tage zuvor ihn noch nach Hause geschickt hatten. Er hatte sich in seinem Heimatland infiziert und hielt sich zu einem Familienbesuch in Texas auf.

Iin Sierra Leone gerät die Epidemie immer stärker außer Kontrolle. Der offiziellen Statistik der Gesundheitsbehörden zufolge starben allein im Laufe des Samstags in dem Land 121 Menschen an Ebola, so viele wie nie zuvor seit Ausbruch der Epidemie. Zugleich seien 81 neue Fälle bekanntgeworden, berichtete die Behörde am Sonntag. Damit sieg die Zahl der Ebola-Toten in dem westafrikanischen Land auf 678 an. Helfer gehen aber von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus. Im gesamten Westafrika geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mittlerweile von rund 3500 Toten aus. Insgesamt waren bis Freitag 7492 Krankheitsfälle gemeldet. Betroffen sind vor allem Liberia, Guinea und Sierra Leone.

dpa/Reuters

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