WHO ohne Zuversicht

Ebola: Wenig Hoffnung bei Medikamentensuche

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Foto: Bisher können die Medikamente nicht in den nötigen Mengen hergestellt werden.

Genf - Die WHO dämpft die Erwartungen bald ein Medikament gegen Ebola zu finden. Die verfügbaren Mitteln müssten vorab noch mit Tierversuchen getestet werden. Jene Heilmittel, die erprobt sind, seien nicht in den nötigten Mengen herstellbar.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Hoffnungen gedämpft, schon bald ein Medikament gegen Ebola zu finden. Derzeit gebe es nur wenige aussichtsreiche Kandidaten, sagte der zuständige WHO-Programmleiter Martin Friede am Freitag in Genf. Jene Medikamente, für die es bislang aussagekräftige Daten gebe, seien nicht in den nötigen Mengen herstellbar. Für die meisten ausreichend verfügbaren Mittel seien aber noch Tierversuche vor allem an Primaten nötig.

Insgesamt liegt der WHO eine Liste von mehr als 120 experimentellen Medikamenten vor. Ein Komitee aus Wissenschaftlern hatte am Mittwoch und Donnerstag bei der WHO über mögliche Behandlungen gegen Ebola beraten. Besonders wichtig ist nach ihrer Einschätzung ein hoher Standard bei der Krankenhausversorgung, der in den Ebola-Gebieten Westafrikas kaum gewährleistet sei. Diese Situation müsse auch bei Medikamententests berücksichtigt werden, warnte die WHO. Gewisse Behandlungserfolge mit bestimmten Wirkstoffen in Europa und den USA könnten deshalb nicht einfach verallgemeinert werden.

dpa

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