Rätselhafter Fund in Diepholz

Eine Mumie, die nach Klebstoff riecht

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Foto: Die Untersuchungen der rätselhaften Mumie von einem diepholzer Dachboden dauern weiter an.

Verden/Diepholz - Die Untersuchungen um die rätselhafte Mumie von einem Dachboden in Diepholz dauern an. Das Skelett ist größtenteils aus Plastik, der Schädel hingegen echt. Nach Angaben eines Gerichtsmediziners rieche sie nach Klebstoff. Was nach Abschluss der Ermittlungen mit ihr passiert, bleibt offen.

Das Rätsel um die Mumie von einem Dachboden in Diepholz beschäftigt noch immer die Staatsanwaltschaft. Die Untersuchungen des Schädels seien noch nicht abgeschlossen, sagte Staatsanwalt Lutz Gaebel am Mittwoch. Das könne auch noch einige Zeit dauern. Die „Bild“ hatte berichtet, dass die aus Plastikteilen und einem menschlichen Schädel zusammengebastelte Mumie nach Angaben eines Gerichtsmediziners nach Klebstoff riecht. Was nach Abschluss der Ermittlungen mit den Resten der ausgewickelten falschen Mumie passiert, ist nach Angaben Gaebels offen. „Darüber entscheidet der Besitzer.“

Der Sohn eines Zahnarztes hatte den Sarkophag mit der Mumie auf dem Dachboden der Großeltern entdeckt. Seit August beschäftigt der geheimnisvolle Fund die Öffentlichkeit, seit Wochen auch die Staatsanwaltschaft. Anfangs gab es Hinweise, dass die Mumie bis zu 2000 Jahre alt sein könnte. Eine Obduktion, bei der die Mumie ausgewickelt wurde, brachte erste Gewissheit: Es waren Plastikknochen und Füllmaterial wie Papier-Küchentücher, die kunstvoll präpariert und nach alter ägyptischer Art mit Binden eingewickelt worden war. Auch der Schädel soll fachgerecht präpariert worden sein, wie es etwa bei Übungsmodellen für die medizinische Ausbildung üblich ist. Wer die falsche Mumie präpariert hat ist unklar.

dpa

2020019

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