EU-Richtlinie

Der Einheitsführerschein kommt

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Foto: Die ab 2013 gültigen EU-einheitlichen Führerscheine sind nur 15 Jahre gültig.

Brüssel - Ab Sonnabend werden die Fahrerlaubnisse europaweit nur noch als handliche Plastikkarten ausgegeben. Im Gegensatz zu den bisher in Deutschland üblichen lebenslang gültigen Bescheinigungen müssen die neuen Führerscheine spätestens nach fünfzehn Jahren erneuert werden.

Ob grauer Lappen, rosa Pappe oder weiße Plastikkarte: Im Gegensatz zum Personalausweis waren Führerscheine bisher ein Leben lang gültig. Das ist ab dem 19. Januar mit der Umsetzung der dritten EU-Führerscheinrichtlinie anders. Fahrlizenzen, die von diesem Stichtag an ausgestellt werden, laufen nach 15 Jahren ab und müssen getauscht werden. Dies soll dafür sorgen, dass die "Lappen" aktuell und möglichst fälschungssicher bleiben. Aktuelle Führerscheine bleiben aber weiterhin gültig. Erst Anfang 2033 müssen sie umgetauscht werden.

Derzeit gibt es nach Angaben der EU-Kommission mehr als 110 verschiedene Fahrerlaubnis-Formate in Europa. So will die Politik unter anderem sicherstellen, dass Name und Passfoto auf dem neuesten Stand sind. Diese Neuerung betrifft auch langjährige Führerscheinbesitzer, die Ersatz für ein gestohlenes oder verbummeltes Dokument benötigen. Oder die ihren alten Führerschein gegen die neueste Version der Plastikkarte eintauschen wollen – was sie bis 2033 ohnehin machen müssen. Denn bis dahin sind alle vormals unbefristeten Führerscheine erstmals zu tauschen, verlangt die neue Richtlinie.

Der Umtausch sei ein reiner Verwaltungsakt, betont das Bundesverkehrsministerium, ein Gesundheitscheck oder erneute Fahrprüfungen würden dafür nicht verlangt. Allerdings fallen Gebühren an. Neben der Einführung eines Ablaufdatums für die Fleppe werden einzelne Führerscheinklassen EU-weit auf einen Nenner gebracht. Fahrer müssen aber nicht fürchten, dadurch in ihren bisherigen Rechten beschnitten zu werden.

„Die meisten Änderungen sind nur für Führerscheinbewerber relevant, die das Dokument ab dem 19. Januar 2013 ausgehändigt bekommen", sagt Gerhard von Bressensdorf. „Bei älteren Exemplaren bleibt die erteilte Fahrerlaubnis in vollem Umfang erhalten", erklärt der Vorsitzende der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF). Das heißt: Wer zum Beispiel schon einen Pkw-Führerschein in der Tasche hat, darf damit weiterhin Trikes oder dreirädrige Großroller fahren. Alle anderen brauchen dafür neuerdings einen Motorradführerschein.

dpa

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