Nachwuchs im Tierpark Hellabrun

Eisbär-Zwillinge öffnen die Augen

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Foto: Köpfchen an Köpfchen liegen die kleinen Münchner Eisbären vor der Schnauze ihrer Mama.

München - Sie sind wie weiße Wollknäuel, die kuscheln, krabbeln und sogar schon etwas blinzeln: Die Münchener Eisbären-Zwillinge bezaubern Pfleger und Fans. Allmählich öffnen sie ihre Augen.

Köpfchen an Köpfchen liegen die kleinen Münchner Eisbären vor der Schnauze ihrer Mama. Sie strecken und recken sich und blinzeln vorsichtig. Noch ist es nicht soweit, doch bald öffnen sich ihre Lider vollständig, dann werden sie mit schwarzen Knopfaugen in die Welt schauen. Doch die Welt muss sich gedulden, denn der Eisbär-Nachwuchs bleibt noch bis zum Frühling mit der Bären-Mama allein. Erst dann verlassen sie ihr Haus im Tierpark Hellabrunn.

Zum Glück filmt eine Kamera ihr Leben in der Höhle - so können Fans die Bärchen seit der Geburt am 9. Dezember bei Facebook und YouTube beobachten. Auch die Pfleger im Tierpark Hellabrunn sind entzückt. „In der Früh kommen alle schon eine Stunde früher, und dann gibt's Bären-TV“, sagt Pfleger Helmut Kern.

Zoo-Kuratorin Beatrix Köhler beobachtet die Familie auf ihrem Handy, per App kann sie den Live-Stream sehen und sogar die Kamera steuern. Giovanna sei die perfekte Bären-Mama, erklärt die Expertin: „Wir haben zum Glück eine sehr entspannte Bärin.“Obwohl Giovanna zum ersten Mal Mutter wurde, benehme sie sich routiniert. „Es wirkt so, als hätte sie das schon zigmal gemacht“, sagt Köhler. Das Haus, in dem sie ihre Jungen großzieht, wurde extra für sie gebaut. Bären-Papa Yoghi darf nicht herein. „Das letzte, was die Bärin braucht, wenn sie Junge hat, ist ein Mann in der Nähe.“

Bei den Eisbärenzwillingen sind schon erste Charakterzüge erkennbar. Einer ist ein wenig größer und frecher als der andere - vielleicht ein Männchen? Auch den ersten Streit gab es schon, so richtig mit Schubsen und Gebrüll. „Die kriegen schon richtig Zoff um die Lieblingszitze“, sagt Köhler. „Die sind unglaublich laut, wirklich markerschütternd. Man traut diesen kleinen Würmern diese Töne gar nicht zu.“

Im März sollen die Kleinen endlich rauskommen. Das Zeichen dafür muss Giovanna geben, indem sie sich vor die Tür setzt wie jedes Jahr nach der Winterruhe. „Ich denke, Giovanna wird sofort versuchen rauszugehen, aber ob die Kleinen mitkommen, das wird spannend“, spekuliert Kern. „Ich denke, die werden sich an ihre Mama schmiegen und gucken, wie die sich verhält.“

Für die erste Zeit wird der Eisbärenauslauf dann geteilt: Giovanna bekommt mit ihren Jungen das Flachwassergehege, denn die Bärin badet gerne und wird sicher auch ihren Nachwuchs ins Wasser locken. „Dann kann man sich wahrscheinlich schon totlachen, wenn so ein Bär zum ersten Mal auf Gras geht, Wasser plätschern hört oder Wind im Fell spürt“, freut sich Kern. Er kann den ersten Bären-Tag im Freien kaum erwarten. „Am meisten freue ich mich darauf, wenn sie rauskommen und die Kinder sich über die kleinen Bären freuen.“

dpa

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