Zoo Bremerhaven

Eisbärenbaby traut sich aus der Höhle

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Ganz entspannt: Nach Monaten hinter den Kulissen traut sich die Bärendame langsam in die Öffentlichkeit.

Bremerhaven - Raus aus der Wurfhöhle: Das Eisbärenbaby im Bremerhavener Zoo hat sich erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Mit drei Monaten werde es langsam selbstbewusst, sagte Zoo-Direktorin Heike Kück, die mit einem Besucheransturm in den kommenden Monaten rechnet.

Einen Namen hat das knapp drei Monate alte Eisbärenmädchen im Zoo am Meer in Bremerhaven noch nicht. Berühmt ist es trotzdem schon. Denn die erfolgreiche Zucht von Eisbären in Zoos ist selten: 2011 sind weltweit in Zoos laut Internationalem Zuchtbuch nur neun Jungtiere groß geworden. In Bremerhaven liegt die letzte Geburt eines gesunden Eisbären trotz aller Bemühungen mehr als 40 Jahre zurück.

Noch lebt das 8,5 Kilo schwere Eisbärenbaby hinter den Kulissen. Aber langsam wird es flügge. Es traut sich inzwischen selbstbewusst aus seiner Wurfhöhle heraus und zeigt sich den Pflegern. Die ersten Fleischbröckchen hat es bereits probiert. "Es spielt mit sich selbst, liegt auf Mamas Füßen oder beißt der Mama in die Krallen", sagt Zoo-Direktorin Heike Kück. Auch Mutter Valeska ist ganz entspannt. Sie legt sich direkt ans Gitter der rund 50 Quadratmeter großen Stallanlage und säugt vor den Augen der Pfleger ihr Jungtier.

Die Eisbärin wurde für die Paarung mit Eisbär Lloyd in Bremerhaven einquartiert. Sie kommt eigentlich aus dem Rostocker Zoo, und ihr Junges gehört nun dem Zoo Rostock, bis Mitte 2015 soll das Jungtier aber im Zoo am Meer bleiben. Ein passender Name mit Bremerhaven-Bezug für das Baby fehlt noch. Jeder Zoo-Fan kann einen Vorschlag abgeben. Auch Kück hat einen Favoriten. "Der ist aber top secret", sagt die Direktorin. Welcher Name es wird, gibt eine Jury am 19. März bekannt.

Wenn das Mädchen im April im Außengehege zu sehen sein wird, rechnet Kück mit einem großem Besucherinteresse. An einen Andrang wie einst bei Eisbär Knut glaubt die Zoo-Direktorin aber nicht. "Im Zoo am Meer haben wir es nicht mit einer Handaufzucht wie beim Eisbären Knut in Berlin zu tun", meint Stadtrat Michael Frost. Deshalb werde es auch keine täglich festen Zeiten geben, zu denen der junge Eisbär gefüttert und dem Publikum gezeigt wird, sagt Kück. Auch eine Vermarktungsstrategie für den Eisbären sei nicht geplant. In der nächsten Woche will sie dem Aufsichtsrat darlegen, wie der Zoo dem möglichen Ansturm gerecht wird. Einfach wird das nicht: "Wir können aus einem kleinen Zoo keinen großen machen."

Der Bremerhavener Zoo gehört zu den kleinsten in Deutschland. Bereits das im September 2013 eröffnete Nordsee-Aquarium hatte dem Zoo nach einer Flaute wieder mehr Besucher beschert. Mit dem kleinen Eisbären könnten nun noch mehr Menschen kommen. Eine Prognose will Kück nicht abgeben. Auch das Wetter spiele schließlich eine entscheidende Rolle. Der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder, kann der Eisbärenzucht nichts abgewinnen. Von mindestens 19 Jungtieren, die in Deutschland seit 2005 geboren wurden, hätten nur sechs überlebt. Auch der Zwilling vom Bremerhavener Eisbärenbaby war tot gefunden worden. "Eisbärbabys gleich Eintrittsgelder. Das scheint für die deutschen Zoodirektoren die Maxime zu sein, Tierwohl steht da hinten an", sagte Schröder.

dpa

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