Wetterumschwung

Die Eisheiligen kommen pünktlich, aber sanft

+
Gute Nachricht für Gärtner: Die Eisheiligen kommen in diesem Jahr ohne Frost.

Offenbach - Für Gärtner geht es Mitte Mai in die spannende Phase. Denn auf dem Weg zum Sommer sind die Eisheiligen eine gefürchtete Kälteperiode. In diesem Jahr sind sie zwar pünktlich, aber nicht frostig.

Ganz pünktlich sind in diesem Jahr die Eisheiligen in Deutschland. Richtig frostig wird es aber nicht: „Einerseits kommen die Luftmassen nicht direkt aus der Polarregion zu uns, sondern machen einen Umweg über den Nordatlantik. Dabei erwärmen sie sich etwas“, sagte Meteorologe Helmut Malewski vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Außerdem liege eine dicke Wolkendecke über Deutschland, die verhindere, dass die Temperaturen ganz in den Keller rutschen. Nur im Süden könne Bodenfrost in der Nacht zum Montag nicht ausgeschlossen werden.Tagsüber sorgte Tief „Xaver“ am Wochenende für zahlreiche Schauer und magere Höchstwerte zwischen elf und 18 Grad.

Kaltlufteinbrüche Mitte Mai sind nach den Beobachtungen der Meteorologen häufig in Mitteleuropa – deshalb werden die Tage zwischen dem 11. bis 15. Mai als Eisheilige bezeichnet – nach den Namenstagen der Heiligen.In Norddeutschland gelten die Tage vom 11. bis 13. Mai als Eisheilige (Mamertus, Pankratius und Servatius). Im Süden kommen der 14. (Bonifatius) und der 15. Mai (kalte Sophie) hinzu. Die Zeitdifferenz zwischen Nord- und Süddeutschland habe ihren Grund darin, dass die Kaltluft bei ihrem Vorstoß nach Süden länger brauche, erläuterte Meteorologe Malewski.

Winzer sorgen sich um ihre Reben

Die Winzer an Saale und Unstrut zittern derweil um ihre Reben. "Wir hoffen, dass die Eisheiligen uns nicht so arg zusetzen werden und unsere zarten Triebe an den Weinstöcken verschonen", sagte Claudia Proske, Hauptrebschutzwartin der Winzervereinigung Freyburg (Burgenlandkreis), der Nachrichtenagentur dpa. Der lange Winter habe keine großen Frostschäden im Weinanbaugebiet angerichtet. In voller Blüte stünden die Reben noch nicht, trieben derzeit aber ganz gut aus.Die Trauben für den Wein werden imHerbst gelesen. 2012 wurde nach bisherigen Angaben mit rund 2,7 Millionen Liter Wein im Anbaugebiet eine geringe Ernte eingefahren, aber in guter Qualität.

dpa/ska

Kommentare