Die Hochwasser-Situation am Sonntag zum Nachlesen

Elbe-Wasserstand erreicht Rekordwerte

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Foto: Bundeswehrsoldaten schichten im Magdeburger Ortsteil Rothensee Sandsäcke als Schutzwall auf.

- Noch weiß keiner, was die nächsten Stunden den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands bringen werden. Brennpunkte sind derzeit Magdeburg und Wittenberge. Viele Menschen mussten ihre Häuser verlassen, um Leib und Leben zu schützen.

So verlief der Sonntag in den Hochwassergebieten

21:32 Uhr: Wann und in welcher Höhe der Elbe-Scheitel die Gemeinden in Niedersachsen erreicht, ist unklar. Es gab unterschiedliche Prognosen, die auf die außergewöhnliche hydrologische Lage zurückgeführt wurden: Während der Katastrophenschutzstab des Landkreises für Hitzacker 8,20 Meter in der Nacht zum Dienstag erwartet, rechnet das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg für Donnerstag mit 8,50 Metern.

19:55 Uhr: In der Hochwasser führenden Elbe bei Pirna ist eine Leiche gefunden worden. Es handle sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen 74 Jahre alten Bewohner eines nahen Seniorenheimes, teilte das sächsische Innenministerium am Sonntag mit. Demnach war die Leiche bereits am Samstagmittag in der Nähe eines Fähranlegers entdeckt worden. Ob die Person im Wasser ertrunken sei, werde noch ermittelt. "Derzeit gibt es keine Hinweise auf Gewalteinwirkung", sagte der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU). Der 74-Jährige soll an Demenz erkrankt gewesen sein und zuvor angedeutet haben, im Hochwasser helfen zu wollen.

18:45 Uhr : SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hat von Bund und Ländern ein Milliardenprogramm gegen die Schäden durch dasHochwasser gefordert. Nach der Flut 2002 seien sieben Milliarden Euro aufgebracht worden. "Jetzt sind die Schäden offensichtlich noch größer. Wir reden mit Sicherheit über einen zweistelligen Milliardenbetrag", sagte Gabriel am Sonntag in Magdeburg. "Sicher werden auch die Länder sich beteiligen müssen. Aber der Bund muss jetzt sehr schnell und zügig und ohne große bürokratische Verhandlungen Geld zur Verfügung stellen." Am besten sei es, den Städten und Gemeinden vor Ort das Geld zu geben. Eine zusätzliche Abgabe oder Steuer sei dafür nicht nötig. "Wir haben Hunderte von Milliarden für die Bankenrettung zur Verfügung gestellt. Da wird es uns ja wohl in Deutschland möglich sein, einen zweistelligen Milliardenbetrag zur Rettung unserer Städte und Gemeinden auf die Beine zu bekommen", sagte Gabriel.

18:27 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will am Montagmorgen mehrere vom Hochwasserbetroffene Orte besuchen.

17:22 Uhr: „Unglaublich“, entfährt es Bundespräsident Joachim Gauck, als er in Halle in Sachsen-Anhalt die Zerstörung in den Hochwassergebieten in Augenschein nimmt. „Man kann sich nicht vorstellen, was da zu bewältigen ist“, sagt er mit Blick auf die zerstörerische Kraft der Saale.

16:30 Uhr: Deiche werden seit Jahrhunderten an Flüssen oder Meeren zum Schutz vor Hochwasser gebaut. Um die Deiche möglichst stabil zu machen, wird der untere Teil der Außenböschung in der Regel mit Steinen gepflastert. Darüber werden Erde, Lehm, Kies oder Sand aufgeschüttet. Meist sind Deiche zwischen 20 und 60 Metern breit. Werden Deiche bei Hochwasser instabil, sind dafür nach Angaben des Technischen Hilfswerks (THW) oft Unregelmäßigkeiten beim Bau verantwortlich. Auch Maulwürfe und Wühlmäuse können gefährlich werden, da sie den Deich durch den Bau ihrer Gänge aushöhlen. Rinder, die den mit Gras bepflanzten Deich beweiden, dürfen ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten, um Schäden zu vermeiden. Selbst Disteln müssen regelmäßig beseitigt werden, da sie den Deich mit ihren kräftigen Wurzeln schädigen können.

15:47 Uhr: Die Bundeswehr versuchte mit 700 Soldaten, das Umspannwerk im Magdeburger Stadtteil Rothensee und damit die Stromversorgung in Betrieb zu halten.

14:53 Uhr: Auch Pendler und Reisende müssen sich zunehmend auf die Fluten von Saale und Elbe einstellen. Lange Umwege und viel Geduld sind gefragt. Wegen des Elbe-Hochwassers ist auch die Bahnverbindung Hannover-Leipzig unterbrochen.

14:45 Uhr: Magdeburg lässt Stadtteile mit rund 23.000 Bewohnern östlich der Elbe wegen der Hochwassergefahr räumen. Die Bewohner des Gebiets vom südlichen Stadtrand bis zur Berliner Chaussee seien aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, entschied der Katastrophenstab der Stadt am Sonntag. Hintergrund sei, dass der Hochwasserscheitel eine Länge von rund 40 Kilometern habe und mehrere Tage lang gegen die Deiche drücken werde, wie der Krisenstab der Landesregierung weiter mitteilte.

13:52 Uhr: Brandenburgs Innenminister Dietmar Woidke (SPD) hat Katastrophentouristen mit der Polizei gedroht. Schaulustige behinderten die Arbeit der Einsatzkräfte, warnte der Minister am Sonntag. Er forderte sie auf, umgehend insbesondere den Bereich um Quitzöbel (Landkreis Prignitz) zu verlassen. Dort werden am Nachmittag wie angekündigt die Havelpolder geflutet. „Wir können dort niemanden brauchen, der da nicht hingehört“, betonte er. Woidke kündigte Polizeimaßnahmen an, sollten Gaffer nicht umgehend verschwinden.

13:21 Uhr: Vor allem in der Landeshauptstadt Magdeburg ist die Situation kritisch. Die Elbe erreichte dort am Sonntagmorgen noch viel höhere Stände als erwartet. Mit 7,50 Metern stand das Wasser rund 80 Zentimeter höher als bei der Jahrhundertflut 2002. Nachdem der Stadtteil Rothensee vollzulaufen drohte, brachten sich fast 3000 Einwohner in Sicherheit. Einsatzkräfte kämpfen vor allem um ein Umspannwerk, das für die Stromversorgung der Stadt wichtig ist. "Wir müssen auf alles gefasst sein", sagte Oberbürgermeister Lutz Trümper.

12:57 Uhr: Seit das Elbe-Hochwasser ins sächsische Torgau kam, hat Carolin Dwaroch einen völlig neuen Job. Statt morgens ins Torgauer Einwohnermeldeamt zu gehen, schnappt sie sich ihre Gummistiefel und eine schreiend orangene Schwimmweste. Statt acht Stunden am Schreibtisch zu sitzen, läuft die 23-Jährige auf einem Deich am Torgauer Elbufer entlang. Wenn ein Deich zu wackeln droht, merkt sie es als erste. Sie und ihr Teampartner Steffen Wenzel gehören zu den unauffälligen Hütern der Elbufer. Deichläufer nennen die Katastrophenstäbe in Nordsachsen die Hochwasserhelfer, die rund um die Uhr im Schichtbetrieb alle Schutzanlagen kontrollieren. Allein in Torgau sind täglich 63 Deichläufer auf zehn Abschnitten an der Elbe im Einsatz.

12:43 Uhr: An der Donau ist das Hochwasser weitgehend überstanden - doch zurück bleiben Unmengen Schlamm. "Es ist eine stinkende Brühe", sagte ein Stadtsprecher in Deggendorf. Mit schweren Räumfahrzeugen reinigte die Bundespolizei Straßen von Schlamm und Treibgut. Bewohner schaufelten die Überreste der Flut aus ihren Häusern. In einer Schule stapelten sich gespendete Kleidung, Schuhe, Zahnbürsten und Duschgel. Bäckereien brachten Kuchen und Gebäck. Die Anteilnahme sei unglaublich, sagte Schulleiter Robert Seif. "Die Flutkatastrophe schweißt die Menschen im Raum Deggendorf zusammen."

12.00 Uhr: In Nord-Brandenburg steht das Schlimmste noch bevor. In Wittenberge stand die Elbe am Sonntagmorgen mit 7,67 Metern schon knapp 25 Zentimeter höher als 2002. Am Dienstag werden sogar 8,10 Meter erwartet. Den Einsatzkräften stehe ein tagelanger Kampf gegen das Hochwasser bevor, sagte ein Sprecher des Koordinierungszentrums Krisenmanagement. Lautsprecherwagen der Polizei forderten die Einwohner einiger Stadtteile auf, ihre Wohnungen zu verlassen.

11.12 Uhr: Wegen des rasant gestiegenen Wasserstandes der Elbe soll die Altstadt von Hitzacker bis Sonntagabend evakuiert werden. Die rund 280 Bewohner der von Elbe und Jeetzel umflossenen Altstadtinsel sollten ihre Häuser bis 20.00 verlassen, teilte die Stadt Hitzacker am Sonntag mit. Die Hochwasserschutzmauer sei in den vergangenen Tagen so erhöht worden, dass sie einem Wasserstand von 9 Metern standhalten könne, sagte Pressesprecher Mirko Tügel. Das sei zwar mehr als der für Dienstag erwartete Rekord-Höchststand von 8,20 Meter. Doch weil Treibgut aus der Elbe die Mauer beschädigen könne, sollte die Altstadt von Hitzacker vorsichtshalber geräumt werden.

10.47 Uhr : Zur Sicherung der Elbe-Deiche werden im Landkreis Lüchow-Dannenberg wieder Freiwillige gesucht. Wegen der am Samstag angehobenen Prognosen für das Elbe-Hochwasser sollten die Helfer im Kieswerk Tramm Sandsäcke befüllen, teilte der Landkreis am Sonntag in Lüchow mit. „Wir machen das vorsorglich. Wenn Deichwachen Schadstellen entdecken, könnten wir dann nachlegen“, sagte Sprecherin Dörte Hinze. Die Verstärkung der 25 Kilometer langen Elbe-Deiche im Landkreis sei am Samstag beendet worden. An einigen Stellen seien die Deiche mit Sandsäcken um bis zu einen Meter erhöht worden. Für Schnackenburg an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt wird in den kommenden Tagen ein Pegelstand von rund 8,20 Metern erwartet. Am Sonntag (10.00 Uhr) wurden 7,56 Meter gemessen. Der langjährige Mittelwert liegt dort bei 2,87 Meter, um diese Jahreszeit eher noch darunter.

10.20 Uhr: Nach einer Drohung mit Anschlägen auf Deiche hat Sachsen-Anhalt die Überwachung der Anlagen aus der Luft und vom Boden aus verstärkt. Dies sagte Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa. Ein Drohschreiben sei mehreren Medien übermittelt worden. „Wir nehmen das Bekennerschreiben ernst“, sagte der Minister. Es werde nun alles Erforderliche getan, die Bürger sollten weiterhin die Ruhe bewahren. Kein Deich sei unbewacht.

10.15 Uhr: Mit dem Besuch eines Gottesdienstes hat Bundespräsident Joachim Gauck am Sonntag in Sachsen-Anhalt seinen Aufenthalt in ostdeutschen Hochwassergebieten gestartet. „Man kann sich nicht vorstellen, was da alles zu bewältigen ist“, sagte Gauck mit Blick auf die Flutkatastrophe und deren Folgen bei seiner Ankunft in Halle. In der Marktkirche in Halle gedachten Hunderte Menschender Opfer der Flutkatastrophe in Deutschland, die ihr Leben, ihr Hab und Gut und ihre Existenz verloren haben. Gauck will auch mit Helfern der Flutkatastrophe an der Saale sprechen und eine überflutete Kita besuchen. Anschließend will er ins sächsische Meißen weiterfahren.

Bundespräsident Joachim Gauck spricht in Halle mit Helfern der Hochwasser-Katastrophe.

Quelle: dpa

10.10 Uhr : Der Hochwasser-Scheitel der Elbe hat nach neuen Prognosen Magdeburg noch immer nicht erreicht. An der Strombrücke in der Innenstadt wurde am Sonntagmorgen ein Rekordwert von 7,45 Metern bei einer nahezu gleichbleibenden Tendenz gemessen, sagte Hydrologin Antje Rentsch vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz. Normal sind 2,00 Meter. Bis zum Abend müsse aber mit einem weiteren Anstieg um fünf bis zehn Zentimeter gerechnet werden. Zwischenzeitlich war erwartet worden, dass der Hochwasserscheitel Magdeburg am frühen Sonntagmorgen erreicht.

9.41 Uhr: Der Deutsche Feuerwehrverbands-Präsident Hans-Peter Kröger droht Katastrophentouristen, sie zur Mithilfe im Kampf gegen das Hochwasser zu verpflichten. Einsatzleiter könnten jede mindestens 16 Jahre alte Person zum Anpacken heranziehen, sagte er am Samstag laut Mitteilung. Dafür gebe es eine rechtliche Grundlage. „Katastrophentourismus ist ein ernstzunehmendes Problem. Schaulustige blockieren mit ihren Autos Zufahrtsstraßen und Aufstellplätze, stehen Einsatzkräften im Weg, beeinträchtigen die Sicherheit von Deichen und bringen sich auch selbst in Gefahr.“

9.10 Uhr: Die Pegelstände der Elbe haben sich in Niedersachsen weiter den erwarteten Rekordwerten angenähert. In Hitzacker wurden am Sonntagmorgen 7,35 Meter gemessen, in Neu Darchau waren es 6,93 Meter. Bis Mitte der Woche sollen die Pegelstände nach Berechnungen der Hochwasserzentrale in Magdeburg auf 8,45 Meter in Hitzacker und 8,40 Meter in Neu Darchau steigen. Das wären bis zu einem Meter mehr als bei den bisherigen Rekordhochwassern von 2001, 2006 und 2011. Weil die Prognosen am Samstag erhöht wurden, werden die Elbdeiche weiter mit Sandsäcken erhöht. In den Kreisen Lüneburg und Lüchow-Dannenberg herrscht seit einigen Tagen Katastrophenalarm.

9.08 Uhr: In Lauenburg an der Elbe in Schleswig-Holstein müssen viele Bewohner der Unterstadt ihre Häuser verlassen. Die Evakuierung soll am Mittag beginnen, sagte ein Sprecher des Krisenstabes am Sonntag. Die gefährdeten Bereiche müssten bis Montag, 9.00 Uhr geräumt sein, heißt es in einer Anordnung des Landrates, die im Internet veröffentlicht wurde. Grund sind die neuen Prognosen der Hochwasservorhersagezentrale Magdeburg. Danach soll die Elbe an diesem Donnerstag am Pegel Hohnstorf bei Lauenburg einen Höchststand von 10,10 Metern erreichen. Dann stünden die tief gelegenen Teile der Stadt mehr als einen Meter hoch unter Wasser. Höchster bislang gemessener Wasserstand in Hohnstorf war 9,88 Meter.

9.05 Uhr: Das Rekordhochwasser in Deutschland könnte auch die Wasserqualität in den Badeseen in diesem Sommer beeinträchtigen. Unbehandeltes Schmutzwasser aus Kanälen könnte an die Oberfläche gelangen, wie Markus Venohr vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin sagte. Auch aus überfluteten Kläranlagen könnte unbehandeltes Abwasser mit Keimen in die Gewässer geraten. Baden in den verunreinigten Gewässern kann zu Magen-Darm-Erkrankungen oder Wundinfektionen an offenen Stellen führen. Außer Keimen drohen noch andere Belastungen. Es sei möglich, dass aus Heizungsanlagen in Kellern oder Industrieanlagen Öl und andere Stoffe ins Wasser geraten sind. „Man konnte bei diesem Hochwasser auf Luftbildern Schlierenbildung auf Wasseroberflächen sehen“, sagte Venohr. Andererseits nehme aber auch die Wassermenge enorm zu, so dass es einen Verdünnungseffekt gebe.In Flüssen wie der Elbe braucht das Wasser nach Schätzungen von Venohr von der deutsch-tschechischen Grenze bis nach Hamburg etwa eine Woche, bei Hochwasser sind es vier bis fünf Tage. „Etwa nach einer Woche ist alles weg.“ Bei Seen, die mit brauner Schmutzbrühe in Berührung kamen, sei die Aufenthaltszeit von Stoffen im Wasser jedoch länger.

8.40 Uhr: Der umkämpfte Damm am Zusammenfluss von Saale und Elbe ist am Sonntag gebrochen. Dies teilte der Krisenstab der Landesregierung von Sachsen-Anhalt mit. Er rief rund 150 verbliebene Menschen im Raum Groß Rosenburg, Breitenhagen, Lödderitz und Sachsendorf auf, sofort in höhere Gebiete zu flüchten. Betroffen von der Räumung ist ein Gebiet von mehreren Quadratkilometern an der Mündung der Saale in die Elbe südlich von Magdeburg. Dort waren am Wochenende die Hochwasser-Scheitel beider Flüsse zusammengeprallt, was Prognosen extrem erschwert hatte. Die Bruchstelle befindet sich zwischen Klein Rosenburg und dem Schöpfwerk Breitenhagen.

8.15 Uhr : Nach einer neuen Prognose könnte am Morgen in Magdeburg ein Spitzenstand des Pegels an der Strombrücke von 7,50 Metern erreicht werden, teilte der Krisenstab der Landesregierung mit. Ursprünglich war mit einem Wert von 7,20 gerechnet worden. Beim Hochwasser 2002 waren es dort 6,72 Meter. Schwerpunkt des Einsatzes war ein Umspannwerk im evakuierten Stadtteil Rothensee, das für die Stromversorgung der Stadt wichtig ist. Neben Bürgern könnten auch Helfer bei einem Stromausfall lahmgelegt werden, sagte eine Sprecherin. Die Bundeswehr verstärkte mit 700 Mann einen Deich rund um die Anlage.

8.11 Uhr : Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hat die Bürger ermahnt, Evakuierungsaufforderungen der Stadt auch wirklich nachzukommen. „Es dient Ihrer eigenen Sicherheit. Bewahren Sie vor allem Ruhe“, erklärte Trümper in einem neuen offenen Brief in der Nacht zum Sonntag. Die Stadt hatte vor allem fast 3000 Menschen im Stadtteil Rothensee aufgefordert ihre Wohnungen zu verlassen. Der Hochwasser-Scheitel werde die Stadt voraussichtlich an diesem Sonntag passieren, erklärte Trümper. „Wir müssen auf alles gefasst sein.“

8.03 Uhr: Die Lage in den Hochwassergebieten im Osten Deutschlands hat sich in der Nacht zum Sonntag weiter zugespitzt. Vor allem in Magdeburg und Wittenberge sehen viele Menschen den kommenden Stunden mit Anspannung entgegen – eine ungewisse Zeit zwischen Hoffen und Bangen.In Magdeburg steht die Elbe mittlerweile bei 7,43 Meter, wie eine Sprecherin des Krisenstabs am frühen Sonntagmorgen sagte. Bei dem verheerenden Hochwasser 2002 lag der höchste Pegelstand bei 6,72 Meter. Wie hoch das Wasser in der nächsten Tagen noch steigen werde, könne derzeit niemand abschätzen.Ein Altenpflegeheim wurde geräumt. Auch ein Umspannwerk und der Stadtteil Rothensee, in dem ein großer Binnenhafen und viel Industrie angesiedelt ist, sind gefährdet. Die Elbebrücke bei Magdeburg wurde für den Fern- und Regionalbahnverkehr gesperrt. In Rothensee wurden die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Die Stadt stellte Notunterkünfte bereit.

7.55 Uhr: Die Pegelstände in Sachsen sind in der Nacht zum Sonntag weiter gesunken. Die Lage an der Elbe bleibt aber angespannt - mindestens bis Montag. Denn noch immer macht das nur langsam abfließende Wasser den Deichen zu schaffen. In vielen Orten gehen die Aufräumarbeiten weiter. Ob der angekündigte Regen zu neuen Problemen führen wird, sei derzeit noch völlig ungewiss, hieß es.

7.50 Uhr: Bundesweit stemmen sich rund 70.000 Feuerwehrleute und 11.000 Bundeswehrsoldaten gegen die Flut. Mindestens sieben Menschen starben, mehrere werden vermisst. Für die kommenden Tage sagen Meteorologen schon wieder Starkregen in der Mitte und im Süden Deutschlands sowie in Tschechien und Polen voraus.

7.45 Uhr: An diesem Sonntag wird Bundespräsident Joachim Gauck im Katastrophengebiet erwartet. In Halle an der Saale (Sachsen-Anhalt) ist ein Besuch in einer von der Flut beschädigten Kindertagesstätte geplant, in Meißen (Sachsen) will er mit Flutopfern und Helfern sprechen.

dpa/mhu

So können Sie helfen

Zur Hilfe für die Betroffenen wurden zahlreiche Spendenkonten eingerichtet, hier eine Auswahl:

  1. Diakonie Katastrophenhilfe: Konto 502 502 bei der Evangelischen Darlehnsgenossenschaft, BLZ 210 602 37, Kennwort „Fluthilfe Deutschland“.
  2. Caritas International: Konto 202 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 660 205 00, Kennwort „Hochwasseropfer 2013 in Mitteleuropa“.
  3. Aktion Deutschland Hilft: Konto 10 20 30 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Kennwort: „Hochwasser-Hilfe 2013“.
  4. Deutsches Rotes Kreuz: Konto 41 41 41 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 370 205 00, Kennwort „Hochwasser“.
  5. Diakonie Sachsen: Konto 100 100 100 bei der LKG Sachsen, BLZ 350 601 90, Kennwort „Hochwasser 2013“.
  6. Diakonie Mitteldeutschland: Konto 800 800 0 bei der Evangelischen Kreditgenossenschaft , BLZ 520 604  10, Kennwort „Fluthilfe Deutschland“.

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