'Ndrangheta-Prozess

Elfjähriger sagt gegen Mafia-Vater aus

+
Foto: Immer wieder hat die italienische Polizei in den vergangenen Wochen Festnahmen im Mafia-Milieu getätigt. 'Ndrangheta-Boss Gregorio Malvaso ging den Fahndern mithilfe seines Sohnes ins Netz.

Rom - In Italien wird ein elfjähriger Mafia-Sprössling womöglich zum wichtigsten Zeugen im Kampf gegen die 'Ndrangheta. Der Junge soll gegen seinen eigenen Vater aussagen. Er weiß, wovon er spricht, denn er sollte selbst zum Mafioso herangezogen werden.

Ein elfjähriger Junge ist in Italien laut Presseberichten zum jüngsten Anti-Mafia-Informanten aller Zeiten geworden. Er sei der Sohn des im Oktober 2014 inhaftierten 'Ndrangheta-Bosses Gregorio Malvaso und sage nun gegen seinen eigenen Vater aus, berichtete die Zeitung "La Repubblica" aus San Ferdinando, einem Küstenort nahe der Zehenspitze des italienischen Stiefels. "Natürlich weiß ich, was ein Mafioso tut, er handelt mit Drogen, er schießt, das ist normal", zitierte die Zeitung den Jungen.

Die 'Ndrangheta ist eine kriminelle Organisation in der südlichen Region Kalabrien, vergleichbar der Camorra in Neapel oder der Cosa Nostra in Sizilien. Oft wird sie als die inzwischen mächtigste aller dieser Banden in Italien beschrieben. Im Drogenhandel, der Geldwäsche und anderen illegalen Geschäften ist sie längst weltweit tätig.

Laut dem Zeitungsbericht wurde auch der Junge zum Mafioso erzogen, doch nach der Festnahme des Vaters vertraute sich die Mutter den Behörden an und brachte dann den Sohn dazu, dies ebenfalls zu tun. Über den Jungen habe die Polizei unter anderem die frühere Handy-Karte des Vaters mit wichtigen Kontaktdaten bekommen.

dpa

Kommentare