Aufhebung von Haftbefehl

Eltern von krebskrankem Jungen frei

+
In dem Krankenhaus wird der krebskranke Junge behandelt.

London/Madrid - Tagelang liegt der fünfjährige Ashya in Spanien im Krankenhaus, während seine Eltern im Gefängnis sitzen. In Großbritannien fordern Zehntausende und selbst der Premierminister, sie freizulassen. Jetzt ist der Haftbefehl vom Tisch.

Die britische Staatsanwaltschaft hat den internationalen Haftbefehl gegen die Eltern eines fünf Jahre alten krebskranken Kindes aufgehoben. Man sei in Kontakt mit den spanischen Behörden, damit die Familie wiedervereint werden könne, teilte ein Sprecher am Dienstag mit. Das Ehepaar hatte seinen Sohn vergangene Woche ohne Einverständnis der Ärzte aus einem englischen Krankenhaus nach Spanien gebracht, weil es mit der Therapie seines Hirntumors unzufrieden war. In Spanien waren die Eltern am Samstag festgenommen worden und saßen seitdem in Auslieferungshaft.

Ashya, der kein Spanisch spricht, liegt in einem Krankenhaus in Malaga. Er hat inzwischen Besuch von seinem älteren Bruder bekommen, wie der spanische Anwalt der Familie der BBC sagte. Dem Jungen gehe es gut. Die Eltern wollten rechtlich gegen das Krankenhaus im englischen Southampton vorgehen, in dem Ashya zunächst behandelt worden war.

Nachdem das Paar seinen Sohn am Donnerstag ohne Einverständnis der Ärzte aus dem Krankenhaus geholt hatte, hatte die britische Polizei einen internationalen Haftbefehl wegen möglicher Vernachlässigung erwirkt. Seitdem hat eine Welle der Sympathie für das Ehepaar und ihren kranken Sohn Großbritannien erfasst. Eine Petition gegen den Haftbefehl unterschrieben mehr als 130.000 Menschen. Premierminister David Cameron, der selbst einen sechsjährigen Sohn verloren hat, ergriff Partei für die Familie: Es sei eine Frage von „gesundem Menschenverstand“, dass die Familie wieder vereint werden solle.

Das Ehepaar will, dass der Hirntumor seines Sohnes statt mit einer herkömmlichen Therapie mit einer teureren und moderneren Protonen-Therapie behandelt wird, wie sie in Großbritannien für die fragliche Art von Tumor nicht in staatlichen Krankenhäusern angeboten wird. Dafür wollen sie Ashya nach Prag bringen, waren aber zunächst nach Spanien gereist, wo sie eine Wohnung haben.

dpa

Kommentare