Disziplinarmaßnahme gefordert

Eltern wollen Lehrer loswerden

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Eicklingen - Er ist erst gut sieben Wochen im Amt, aber die Eltern wollen ihn lieber heute als morgen loswerden. Nach Ansicht von Elternvertretern ist ein Deutschlehrer, der zum neuen Schuljahr im August an die Oberschule Eicklingen (Kreis Celle) abgeordnet wurde, untragbar.

Er sei nicht in der Lage zu unterrichten, heißt es, von „Unfähigkeit“ ist die Rede. „Die Kinder lernen nichts, Fragen kann er nicht beantworten, Arbeiten werden nicht geschrieben“, klagt eine Mutter. Ihre Tochter habe sich wochenlang mit dem Thema „Interpretation“ beschäftigt. Aber der Erkenntnisgewinn sei gleich null. Der Lehrer sage immer nur: „Schreibt alles schön in eure Hefte.“ Dabei sei dieses Schuljahr für die Jugendlichen entscheidend, betont die Mutter einer Realschülerin, „mit diesem Zeugnis müssen sie sich für eine Ausbildung bewerben“.

Rektor Paul-Michael Zeblewski will sich zu dem Fall nicht äußern. Er verweist an die Landesschulbehörde nach Lüneburg. Dort haben sich die Elternvertreter mittlerweile schriftlich über den Deutschlehrer beschwert. Eine Behördensprecherin erklärte, Personalangelegenheiten kommentiere man nicht.

Nach HAZ-Informationen hat sich die Schulbehörde schon mehrmals mit dem Pädagogen befassen müssen. Bevor er in Eicklingen unterrichtete, war er an einer Haupt- und Realschule in Hodenhagen (Heidekreis). Auch dort gab es Ärger, der im Februar 2011 in einen Streik mündete. Die Vorwürfe von damals: Der Lehrer habe weder Arbeiten schreiben lassen noch Mappen eingesammelt. Die Noten soll er ausgewürfelt haben; so wollte er offenbar einer Klasse kollektiv eine Drei geben, während in einer anderen alle Schüler eine Vier erhalten sollten. Zuvor hatte der Pädagoge an einer Schule im etwa 15 Kilometer entfernten Rethem gearbeitet – mit ähnlichen Problemen. Nach Abschluss seiner Referendarszeit vor zwölf Jahren war er erst im Landkreis Nienburg tätig, dann wurde er in den Heidekreis versetzt.

Die Entfernung aus dem Dienst, wie von Eltern gefordert, sei die schwerwiegendste Disziplinarmaßnahme, sagt die Sprecherin der Schulbehörde. Dafür müsse es entsprechende Gründe geben.

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