Jogis Jungs vorn

Die EM-Tipps der niedersächsischen Promis

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Foto: Niedersachsens Promis glauben fest an Jogis Jungs.

Hannover - Die niedersächsischen Promis freuen sich auf die EM und glauben fest an Jogis Jungs. Ein Politiker sammelt schon EM-Aufkleber, ein Kirchenmann setzt auf „synodales Public Viewing“ – und ein DJ steht eher auf Grillwurst als Fanartikel.

Der Ball ist rund und muss ins Eckige: Bis Anfang Juli wird in Europa der Fußball dank der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine wohl ein Hauptgesprächsthema sein. In Niedersachsen hofft man auf ein neues Sommermärchen. Prominente aus Politik und Kultur glauben fest an die deutsche Mannschaft. Bis ins Halb- oder Endfinale kommen Jogis Jungs, glauben sie, wie eine Umfrage ergab.

David McAllister: Der niedersächsische Ministerpräsident ist überzeugt, dass die Elf von Trainer Jogi Löw „beste Chancen“ hat, mindestens das Halbfinale zu erreichen. „Deutschland gehört für mich ganz klar unter die Top 4 in Europa.“ Ein Vorrundenaus würde McAllister (CDU), der mit seinen Töchtern EM-Aufkleber sammelt, wundern. „Für das Spiel gegen Portugal tippe ich auf ein 2:1 für Deutschland, gegen Holland gewinnen wir 2:0.“ Ein Selbstläufer sei das Turnier für die Deutschland aber nicht. „Ab dem Halbfinale ist alles möglich. Gerade die Südeuropäer darf man nicht unterschätzen.“

Stephan Weil: Hannovers Oberbürgermeister tippt auf Deutschland oder Spanien als künftigen Europameister. „Das aktuelle deutsche Team ist technisch und taktisch die beste Nationalmannschaft seit 1972“, sagte der SPD-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im nächsten Jahr. Weil ist großer Fußballfan. Seit seiner Jugend ist er Hannover 96 treu und spielt noch in einer Hobbymannschaft.

Jens Böhrnsen: Bremens Bürgermeister und Regierungschef hat vier Favoriten. „Neben der deutschen Mannschaft zähle ich wie immer Spanien, das wiedererstarkte Frankreich und die polnische Mannschaft mit den Dortmunder Torgaranten zu den Favoriten.“ Der SPD-Politiker setzt aber auf Deutschland: „Ich rechne fest damit, dass sich das deutsche Team bis ins Endspiel spielen und kämpfen wird.“ Böhrnsen will viele Partien gucken. „Ich freue mich auf einzelne herausragende Spieler, die mit genialen Ideen die Zunge zum Schnalzen bringen.“

Luisa Hartema: Die Gewinnerin von „Germany’s Next Topmodel“ hofft, dass Deutschland Europameister wird. Auf die Frage, wie weit Jogis Jungs kommen, meinte die 17 Jahre alte Schülerin aus Leer in Ostfriesland: „Ich hoffe natürlich sehr, sehr, sehr weit, ich drücke auf jeden Fall alle Daumen.“ Welcher Spieler ihrer Meinung nach die schönsten Waden hat, verriet das Model nicht: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich gar nicht wirklich Fußball gucke, deswegen hab ich gar keinen Lieblingsspieler.“

Mousse T.: Der DJ will die Deutschen mindestens im Endspiel sehen. „Die Mannschaft ist extrem jung und hat richtig Bock, die spielen tollen Fußball.“ Selbst würde er am liebsten bei Brasilien mitkicken. „Aber ich bin natürlich nicht gut genug“, sagt der deutsch-türkische Musikproduzent. Die Spiele will er mit Freunden und der Familie anschauen – allerdings ohne Fanshirts und riesige Deutschland-Hüte. „Ich kann schon nachvollziehen, wenn Leute es gut finden, in voller Montur vor dem Fernseher zu sitzen, das finde ich auch lustig. Ich hab dann lieber die gegrillte Wurst in der Hand.“

Uli Stein: Der Cartoonist, der in der Wedemark bei Hannover lebt, zeichnet nicht nur gerne Pinguine und Mäuse, sondern ist auch Fußballfan. Sein Tipp: „Ich glaube, dass es unsere Jungs bis ins Halbfinale schaffen, am Ende die Luft aber dünn wird. Spanien ist mein Tipp für den Europameister. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja auch mit Frankreich oder England eine faustdicke Überraschung.“

Thorsten Wingenfelder: Der Musiker, der mit der Band Fury in the Slaughterhouse („Every Generation Got Its Own Disease“) bekannt wurde, glaubt auch, dass die deutsche Mannschaft weit kommt. „Sie kommt mit Hängen und Würgen ins Halbfinale, und von da an beginnt die Legende, von der dann später alle sprechen werden.“

Ralf Meister: Hannovers Landesbischof Ralf Meister setzt die Fußball-EM unter Druck, weil die Tagung der Landessynode während des Turniers stattfindet. Wenn Deutschland am Mittwoch gegen die Niederlande spiele, müssten die Beratungen rechtzeitig beendet sein, sagt der HSV-Fan. „Wir machen dann ein synodales Public Viewing.“ Da die Kirchenparlamentarier aus ganz Niedersachsen anreisten, werde ein Fußballabend organisiert. Meisters Prognose für das Endspiel: Deutschland gewinnt 2:1 gegen Spanien nach Verlängerung.

dpa

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