Nach Explosion

Entsorgungsfirma erst vor Wochen kontrolliert

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Ritterhude - Nach der schweren Explosion in einer Entsorgungsfirma in Ritterhude sind acht Häuser unbewohnbar, die Familien werden wochenlang auf eine Rückkehr warten müssen. Der Entsorgungsfirma selbst ist erst vor Wochen vom Gewerbeaufsichtsamt kontrolliert worden.

"Alle Betroffenen sind bei Verwandten, Freunden oder in öffentlichem Wohnraum untergekommen", sagte Bürgermeisterin Susanne Geils (SPD) amDonnerstag. Rund 40 Wohnhäuser in der Nachbarschaft wurden durch die Explosion am Dienstag beschädigt, acht sind derzeit unbewohnbar.

Geils will alles daran setzen, dass die Entsorgungsfirma für chemische Lösungsmittel nicht wieder aufgebaut wird. "Aus unserer Sicht gibt es keinen Bestandsschutz. Wir sind aber nicht die Genehmigungsbehörde", betonte die Bürgermeisterin.

Am Donnerstag nahmen die Brandermittler intensiv ihre Spurensuche an der Unglücksstelle auf. "Das ist ein 15-köpfiges Team mit speziell ausgebildeten Kollegen, die das Trümmerfeld Stück für Stück untersuchen, um die Ursache der Detonation zu bestimmen", sagte ein Polizeisprecher. Klarheit wird frühestens in drei Wochen erwartet. Angesichts der vielen zerstörten Fensterscheiben fahre die Polizei nun rund um die Uhr Streife, um Plünderungen zu verhindernden.

Ein Mitarbeiter der Firma in Ritterhude liegt nach der Explosion in einer Klinik in Hannover, sein Zustand war am Donnerstag weiter kritisch.

Das staatliche Gewerbeaufsichtsamt hatte die explodierte Entsorgungsfirma erst einige Wochen zuvor kontrolliert. "Die letzte Inspektion war im Juni", sagte die stellvertretende Leiterin des zuständigen Gewerbeaufsichtsamtes Cuxhaven, Andrea Redeker. Es habe bei der routinemäßigen Prüfung keine Beanstandungen gegeben, lediglich einige Hinweise.

dpa

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