Verdächtige festgenommen

Ermittler wittern Spur des Reemtsma-Lösegelds

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Foto: Ein spanischer Polizist untersucht am 27.05.1996 in Murcia Banknoten und Dokumente auf der Motorhaube des beschlagnahmten Mietwagens des mutmaßlichen Reemtsma-Entführers Koszics.

Aachen/Madrid - Seit vielen Jahren ist das Millionen-Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung verschwunden. Nun nehmen Fahnder zwei Verdächtige fest. Es geht um Geldwäsche und Erpressung.

Fahnder aus Aachen scheinen eine neue Spur zu den verschwundenen Millionen aus dem Reemtsma-Lösegeld zu haben. Nach monatelangen Ermittlungen seien am vergangenen Mittwoch in Aachen und auf Mallorca zwei Menschen festgenommen worden, sagte ein Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft am Samstag. Es gehe in dem Verfahren um Erpressung im Zusammenhang mit dem Lösegeld aus der Entführung von Jan Philipp Reemtsma. Die Geschädigten der Erpressung stammten demnach aus dem Frankfurter Rotlichtmilieu.

Die Verdächtigen wurden nach Angaben der spanischen Polizei bei Ermittlungen gegen Mitglieder einer Rockergruppe festgenommen. Mitglieder des "Chapters Westend" der Hells Angels hatten demnach das fragliche Lösegeld gewaschen. Die nunmehr Festgenommenen stünden im Verdacht, die Geldwäscher erpresst zu haben. Die spanische Polizei verwies in ihrer Mitteilung darauf, dass die Ermittlungen zusammen mit dem Bundeskriminalamt geführt worden seien.

Die „Bild“-Zeitung hatte zuvor berichtet, die großangelegte Operation sei in Spanien unter denn Decknamen „Big Man“, in Deutschland unter „Black Mail“ gelaufen. Informationen der Zeitung, die Spur führe ins Rockermilieu, wollte der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft allerdings nicht bestätigen.

Der Reemtsma-Entführer Thomas Drach war im Oktober vergangenen Jahres nach mehr als 15 Jahren aus der Haft entlassen worden. Drach und seine Komplizen hatten im Frühjahr 1996 den damals 43 Jahre alten Millionen-Erben Reemtsma vor dessen Haus in Hamburg überwältigt. Viereinhalb Wochen lang hielten sie ihn angekettet in einem Verlies bei Bremen fest. Gegen ein Rekordlösegeld von 15 Millionen Mark und 12,5 Millionen Schweizer Franken kam Reemtsma schließlich frei. Von der Beute tauchte bisher nur ein Bruchteil auf.

dpa

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