Unglück in Köln

Ermittlungen zum Einsturz des Stadtarchivs

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Bei dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs sind zwei Menschen ums Leben gekommen.

Köln - In den jahrelangen Ermittlungen zur Einsturzursache des Kölner Stadtarchivs steht eine neue Phase bevor. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) wollen am Dienstag ein unterirdisches Besichtigungsbauwerk vorstellen.

Der hochkomplizierte Bau ist nötig, damit die Staatsanwaltschaft in 20 bis 26 Metern Tiefe nach der Ursache suchen kann. Das Stadtarchiv war 2009 eingestürzt. Zwei Menschen kamen zu Tode, Dokumente von unschätzbarem Wert wurden beschädigt.

Es gilt als sicher, dass das Unglück durch den U-Bahnbau unterhalb des Archivgebäudes verursacht wurde. Woran es aber genau lag, ist unklar. Nur wenn die Ursache bewiesen werden kann, können Schadensersatzsprüche an die Verantwortlichen angemeldet werden.

Die Ermittlungen zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs

3. März 2009: Das Kölner Stadtarchiv stürzt ein, zwei junge Anwohner sterben. Sofort wird vermutet, dass der unmittelbar benachbarte U-Bahn-Bau den Einsturz verursacht haben könnte. 15. März 2009: Erstmals werden Verstöße beim U-Bahn-Bau bekannt. Baufirmen haben Auflagen zum Grundwasser missachtet. 11. Februar 2010: Die Stadt Köln teilt mit, dass in der Baugrube Heumarkt nur ein Bruchteil der vorgesehenen Sicherheitsbügel eingebaut wurde. Bauprotokolle sollen reihenweise gefälscht worden sein. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft kann der Einsturz aber nichts mit den fehlenden Bügeln zu tun haben. 18. Februar 2010: Oberbürgermeister Jürgen Roters (SPD) spricht von "kriminellen Machenschaften". 19. Februar 2010: Die Staatsanwaltschaft durchsucht Büros der beteiligten Baufirmen.10. August 2011: Die Bergung der verschütteten Archivalien wird abgeschlossen. Erst jetzt kann damit begonnen werden, die Voraussetzungen für eine Besichtigung des Unfallortes durch die Staatsanwaltschaft zu schaffen.

dpa

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