Mindestens ein Anschlag

Erneut brennen Asylbewerberheime

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Foto: Ein Feuerwehrmann in Rottenburg am Neckar (Baden-Württemberg) vor einer abgebrannten Flüchtlings-Unterkunft.

Rottenburg - Das Feuer in einer möglichen Asylbewerberunterkunft in Thüringen war laut Polizei ein politisch motivierter Brandanschlag. Auch in Baden-Württemberg brannte eine Heim für Flüchtlinge. Hier ist die Ursache noch unklar.

Beim Brand im thüringischen Ebeleben (Kyffhäuserkreis) könne ein technischer Defekt ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin in Nordhausen. Am Montagmorgen waren gegen 3.30 Uhr im Ortsteil Rockensußra die Dachstühle von drei Wohnblöcken in Flammen aufgegangen. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei niemand. Anders als in Rottenburg.

Dort brannte im Landkreis Tübingen (Baden-Württemberg) in der Nacht zum Montag eine Unterkunft für Asylbewerber. Fünf Bewohner wurden verletzt, vier von ihnen kamen ins Krankenhaus, wie eine Polizeisprecherin sagte. Zwei Menschen hatten Rauchgas eingeatmet. Drei Bewohner verletzten sich, als sie aus dem Fenster sprangen oder kletterten. In der Unterkunft sind derzeit 84 Menschengemeldet. Der Brand war gegen zwei Uhr gemeldet worden. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, warzunächst noch völlig unklar. Das müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, sagte die Sprecherin.

In den vergangenen Monaten hatte es im Südwesten mehrere Brandstiftungen in geplanten Flüchtlingsunterkünften gegeben, die vermutlich einen fremdenfeindlichenHintergrund hatten. Im August hatten Unbekannte ein Feuer in einer geplanten Flüchtlingsunterkunft in Weissach im Tal (Rems-Murr-Kreis) gelegt. Im Juli brannte die geplante Asylbewerberunterkunft inRemchingen(Enzkreis) ab. Sie soll wieder aufgebaut werden.

Erst in der Nacht zum Sonntag hattees erneut einen Anschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft gegeben. Unbekannte warfen eine Rauchbombe in die Hofanlage eines Hauses in Neckargemünd (Rhein-Neckar-Kreis), in dem unter anderem rund 50 Flüchtlinge untergebracht sind.Die Polizei schließt auch hier einen fremdenfeindlichen Hintergrund nicht aus.

dpa

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