Vier Täter

Erneut Gruppenvergewaltigung in Neu Delhi

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Foto: Die Vergewaltigung einer 23-Jährigen hatte Massenproteste in Indien ausgelöst.

Neu Delhi - Wieder sollen mehrere Inder eine junge Frau in Neu Delhi verschleppt und vergewaltigt haben. Diesmal starb das Opfer nicht. Die Polizei befreite die Frau - nach einer dramatischen Verfolgungsjagd.

Nach einer erneuten Gruppenvergewaltigung in Neu Delhi hat die Polizei das Opfer aus der Gewalt ihrer vier mutmaßlichen Peiniger befreit. Die Polizei habe den Wagen der Verdächtigen mit der verschleppten Frau am Donnerstag nach einer Verfolgungsjagd gestoppt, sagte Distrikt-Polizeichefin Sindhu Pillai am Freitag. Die Männer hätten die 24-Jährige in einer Wohnung vergewaltigt. Im Dezember hatten mehrere Männer eine 23-Jährige in Neu Delhi in einem fahrenden Bus vergewaltigt. Die Frau starb an ihren Verletzungen.

Indische Medien berichteten am Freitag, auch in dem jüngsten Fall hätten die Täter sich in dem fahrenden Auto an der Frau vergangenen. Der Fahrer habe eine Polizeisperre durchbrochen und erst nach einer dramatischen Verfolgungsjagd gestoppt werden können. Pillai sagte, die genauen Umstände der Tat würden noch ermittelt. Die Frau werde medizinisch untersucht. Sie stamme aus dem ostindischen Bundesstaat West-Bengalen und kenne einen der Verdächtigen.

Seit der tödlichen Gruppenvergewaltigung der jungen Studentin im Dezember wird in Indien viel breiter über Sexualstraftaten berichtet als zuvor. Medien berichteten, in dieser Woche habe ein Mann einem jungen Mädchen eine Eisenstange in den Mund gerammt, als es sich gegen seinen Vergewaltigungsversuch wehrte. Ebenfalls in der Hauptstadt soll eine Chinesin vergewaltigt worden sein.

Der Fall vom Dezember hat in Indien Proteste und eine gesellschaftliche Debatte ausgelöst, die bis heute andauern. Vor dem bestialischen Verbrechen waren sexuelle Übergriffe tendenziell verharmlost oder totgeschwiegen worden.

Fünf Männer sind vor einem Schnellgericht unter anderem wegen Vergewaltigung und Mordes an der 23-Jährigen angeklagt. Der Prozess hatte am Dienstag begonnen und wurde am Freitag fortgesetzt. Den Angeklagten droht der Galgen. Ein sechster Verdächtiger ist erst 17 Jahre alt und soll vor ein Jugendgericht gestellt werden. Ihm droht eine Jugendstrafe von maximal drei Jahren.

dpa

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