Ehlbeck im Landkreis Lüneburg

Erneut Wolf in Wohngebiet gesehen

Ein Wolf auf Wanderschaft: Anwohner haben das Tier in Ehlbeck fotografiert.

Lüneburg - Erneut ist ein Wolf in einem Wohngebiet gesehen worden. Wie erst jetzt bekannt wurde, lief das Tier am Mittwoch vergangener Woche gegen 15.30 Uhr durch den Ort Ehlbeck im Landkreis Lüneburg.

Der Gemeindebürgermeister Rainer Mühlhausen fordert nun mehr Unterstützung vom Land. „Wir fühlen uns von der Landesregierung alleingelassen“, sagt er.

Es sei nicht das erste Mal gewesen, dass Wölfe in dem 270-Einwohner-Ort gesichtet wurden. „Im Dezember waren vier Wölfe hier“, sagt Mühlhausen. An den Ort grenzt der Truppenübungsplatz Munster an, auf dem ein Rudel lebt. Der Bürgermeister wolle den Wolf gar nicht aus der Region vertreiben. „Ich will ihn ja nicht totschießen. Aber hier im Ort hat er nichts zu suchen.“ Eltern würden zum Teil ihre Kinder nicht mehr allein im Garten spielen lassen. „Das kann doch nicht sein“, sagt Mühlhausen.

Das Umweltministerium sieht in dem Verhalten des Tiers hingegen keine Auffälligkeit. „Gelegentliche Sichtungen - besonders von jungen Wölfen - in Siedlungsnähe oder in Siedlungen sind möglich und nicht automatisch als auffällig einzustufen“, sagt eine Sprecherin. Generell gehe von einem Wolf keine Gefahr aus, so die Sprecherin weiter. „Eine hundertprozentige Sicherheit kann aber im Umgang mit Wildtieren nie garantiert werden.“ Gleichwohl stehe die Sicherheit des Menschen an erster Stelle.

Darüber hinaus soll laut einem Rinderzüchter am Dienstag ein Wolf im Landkreis Nienburg drei Galloway-Kälber gerissen haben. Dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelt, ist noch nicht bestätigt. Dafür spreche allerdings, dass auch die Innereien der Tiere vertilgt worden seien, sagte der Züchter dem NDR.

Bei einem Gespräch über das Konzept des niedersächsischen Wolfsmanagements am Dienstagabend vereinbarten Ministerium und Experten eine weitere Zusammenarbeit. Die Teilnehmer waren sich laut Ministeriumssprecherin einig, dass die derzeitigen Maßnahmen des Umweltministeriums „angemessen sind und dem aktuellen Erkenntnisstand für Deutschland entsprechen“. Allerdings könne die Umsetzung „noch optimiert werden“.

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