Beziehungstat

Erneute Geiselnahme in Frankfurt

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Foto: Wenige Stunden nach dem glimpflichen Ausgang einer gut zehnstündigen Geiselnahme ist in Frankfurt erneut ein Beziehungsdrama eskaliert.

Frankfurt/Main - Nach dem unblutigen Ende einer stundenlangen Geiselnahme wird die Frankfurter Polizei erneut zu einem Beziehungsstreit gerufen. Der Täter gibt nach drei Stunden auf.

Wenige Stunden nach dem glimpflichen Ausgang einer gut zehnstündigen Geiselnahme ist in Frankfurt erneut ein Beziehungsdrama eskaliert. Ein 33 Jahre alter Mann verschloss am Donnerstag nach einem Streit mit seiner ein Jahr jüngeren Freundin oder Ex-Freundin im Gallusviertel die Wohnungstür. Die Polizei, die denunbewaffneten Mann nach rund drei Stunden zum Aufgeben bewegen konnte, geht nach eigenen Angaben von häuslicher Gewalt und Freiheitsberaubung aus.

Eine Beziehungstat steckt den Ermittlungen zufolge auch hinter der Geiselnahme im Stadtteil Sachsenhausen: Ein 25 Jahre alterMann war am Mittwochnachmittag gegen den Willen seiner 18 Jahre alten Ex-Freundin in deren Wohnung eingedrungen und hatte sie mit einer Waffe bedroht. Erst am Ende des Einsatzes am Donnerstag gegen 1.45 Uhr stand fest: Der Mann hatte keine scharfe Schusswaffe, sondern nur eine Soft-Air-Pistole.

Das Paar war seit rund vier Monaten getrennt und der Mann soll der Frau bereits zuvor nachgestellt haben, wie Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu berichtete. „Warum er sich jetzt ihrer bemächtigt hat, ist aber noch unklar.“ Er habe sich zu seinenMotiven nicht geäußert. Gegen den Täter erging am Donnerstag Haftbefehl. Eine Geiselnahme wird laut Strafgesetzbuch mit Haft nicht unter fünf Jahren bestraft.

Nach der Auseinandersetzung mit dem 33 Jahre alten Mann im Gallusviertel hatte die Frau am Donnerstag gegen 11.20 Uhr die Polizei gerufen und der Mann die Wohnungstür von innen verschlossen. Anders als der 25-Jährige war er aber nach Polizeiangaben weder bewaffnet, noch stellte er Forderungen. Außerdem gab er nach längeren Verhandlungen mit der Polizei freiwillig auf - auch das ein Unterschied zu der Geiselnahme in Sachsenhausen. Ein Schlüsseldienst hatte um kurz nach 14.00 Uhr die verriegelte Wohnungstür geöffnet, in der ein abgebrochener Schlüssel steckte. Der 33-Jährige wurde vorläufig festgenommen.

Den Geiselnehmer von Sachsenhausen hatte ein Spezialkommando überwältigt und festgenommen. Täter und Opfer blieben unverletzt.Die junge Frau stand aber unter Schock. Die Mutter der Geisel hatte amMittwoch gegen 15.20 Uhr die Polizei verständigt und gesagt, sie komme nicht in die Wohnung, weil der Ex-Freund ihrer Tochter diese von innen barrikadiert habe. Als Beamte in der Hochparterre-Wohnung in dem Mehrfamilienhaus eintrafen, hielt der Mann der 18-Jährigen eine Pistole an denKopf und drohte durch einen Türspalt zu schießen.

Die Polizei sei mit dem Täter in einen rund sieben Stunden langen Verhandlungsmarathon getreten, berichtete Einsatzleiter Michael Hallstein. Der Mann habe vier Ultimaten gestellt und angegeben, neben einer scharfen Pistole Salzsäure und eine Armbrust bei sich zu haben. Als ein schussähnliches Geräusch zu hören war, drangen die Polizisten am späten Mittwochabend in die Wohnung ein. Weil der Täter sein Opfer weiter bedrohte, wurde noch einmal verhandelt - fast drei Stunden, dann griff die Polizei in einem günstigen Moment zu.

dpa

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