Forderung: Eine Million Euro

Erpresser drohen Tschechien mit Ebola-Virus

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Das Spiel mit der Angst: Erpresser drohen Tschechien mit dem Ebola-Virus.

Prag - In Afrika leiden Tausende unter der Ebola-Epidemie. Ängste vor einer Ausbreitung haben in Europa nun skrupellose Kriminelle auf den Plan gerufen. Erpresser forderten von Tschechien eine Million Euro.

Unbekannte Erpresser haben der tschechischen Regierung mit der Verbreitung des Ebola-Virus gedroht. Falls der Staat nicht zahle, werde in der Bevölkerung Panik hervorgerufen, hieß es in einem am Montag bekanntgewordenen Drohbrief. Ministerpräsident Bohuslav Sobotka verurteilte die Forderungen im Fernsehen und sprach von "Hyänen, die verständliche Ängste in der Bevölkerung ausnutzen" würden. Er wolle den kriminellen Erpressern keine unnötige Reklame machen, betonte der Sozialdemokrat.

Nach Angaben der Agentur CTK fordern die Erpresser eine Million Euro. Innenminister Milan Chovanec versprach, alles zu tun, um die Täter zu fassen. Ermittler der Sondereinheit für den Kampf gegen die organisierte Kriminalität arbeiteten intensiv an dem Fall. Die Erpresser benutzten allerdings "sehr raffinierte Kommunikationsmethoden", erklärte deren Leiter Robert Slachta.

Gesundheitsexperten versicherten unterdessen, dass eine "massive Ausbreitung" des Ebolafiebers unter den klimatischen und hygienischen Bedingungen in Tschechien ausgeschlossen werden könne. Ein Transport des Virus sei "wenig realistisch" und würde zudem die Täter selbst in Gefahr bringen. In Westafrika haben sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation inzwischen mehr als 10.000 Menschen mit dem lebensbedrohlichen Virus infiziert.

dpa

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