Streit in der katholischen Kirche

Erzbischof kritisiert Reform-Priester

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Foto: Erzbischof Müller kritisiert reformorientierte Priester.

München - Der neue Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, hat reformorientierte Priester scharf kritisiert. Die Menschen könnten sich nicht ihre Kirche schaffen „nach eigenem Geschmack und jeweiligem“ Zeitgeist, sagte Müller am Samstag im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“.

In der Erzdiözese Freiburg fordern zahlreiche Priester und Diakone, dass wiederverheiratete Geschiedene in der katholischen Kirche nicht länger von der Kommunion ausgeschlossen werden, wie dies das Kirchenrecht vorsieht.

Aufgabe der Glaubenskongregation sei es, den Glauben zu verteidigen gegen falsche Auslegungen und Verkürzungen. Wiederverheiratete Geschiedene betreffend sagte der frühere Regensburger Bischof: „Lehrmäßig kann es keine Zweifel geben an der Unauflöslichkeit einer gültig geschlossenen sakramentalen Ehe und am objektiven Widerspruch zwischen dem Eingehen einer zivilen Zweitehe und dem Kommunionempfang.“ Abstriche könnten da nicht gemacht werden. Katholischsein zu „ermäßigten Preisen“ sei nicht möglich.

Bei den stockenden Verhandlungen des Vatikans mit den erzkatholischen Piusbrüdern verlangte Müller ein Entgegenkommen der Bruderschaft. Auf die Frage, ob das Tischtuch mit den Piusbrüdern endgültig zerschnitten sei, sagte Müller: „Wir müssen abwarten, welche offizielle Erklärung von der Bruderschaft kommt. Unsere Haltung ist eindeutig“. Sollten die Piusbrüder zur Kirche zurückkehren wollen, müssten sie akzeptieren, „dass das Zweite Vatikanische Konzil verbindlich ist“.

Die Piusbruderschaft ist insbesondere wegen der Holocaust-Leugnung des Piusbischofs Richard Williamson umstritten. Seit Jahren verhandelt der Vatikan mit den Piusbrüdern, die sich gegen eine Modernisierung der Kirche stellen, über eine Rückkehr in die katholische Weltkirche.

dpa

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