Kinderbetreuung

Erzieherausbildung soll flexibler werden

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Foto: Musik für die Kleinsten: Wer Kinder betreuen will, braucht viele Fähigkeiten.

Hannover - Wenn im kommenden Jahr der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz kommt, fehlen in Niedersachsen nach jüngsten Berechnungen vermutlich 2200 Erzieher. Der Verband der Deutschen Privatschulen wirbt für flexiblere Ausbildungs- und Umschulungsmodelle. Die Qualität dürfe allerdings nicht darunter leiden.

In der Debatte um den drohenden Betreuermangel für die unter Dreijährigen tritt der Landesverband der Deutschen Privatschulen (VDP) für eine Differenzierung ein. Es gelte, klar zwischen Sozialassistenten und Erziehern zu unterscheiden, sagt VDP-Vorsitzender Andreas Schraknepper. Wichtig sei, dass die Qualität der Ausbildung nicht leide.

Um Sozialassistent zu werden, muss man nach der Mittleren Reife eine zweijährige Fachschule besuchen. Danach kann man entweder schon als Helfer in eine Krippe oder einen Kindergarten gehen oder noch die höhere Qualifizierung zum Erzieher anschließen. Dazu ist wiederum der zweijährige Besuch einer Berufsfachschule nötig. Insgesamt dauert die Ausbildung zum Erzieher in Niedersachsen also vier Jahre, in vielen anderen Bundesländern sind es sogar fünf, weil nach der Ausbildung noch ein Berufsanerkennungsjahr folgt. Sozialassistenten sind immer nur Zweitkraft in einer Kindergruppe. Sie dürfen keine Gruppen leiten oder allein Elterngespräche führen.

Wenn angesichts von rund 2200 drohenden Erziehern im nächsten Jahr der politische Ruf nach Umschulungen von Langzeitarbeitslosen laut werde, sollte man vielleicht zuerst die Sozialassistenten im Blick haben, meint Schraknepper. Zumal die Bundesagentur für Arbeit in Niedersachsen die Umschulung zum Erzieher derzeit aus rechtlichen Gründen auch gar nicht fördern dürfe.

Der VDP wirbt für flexible Modelle in der Ausbildung, ob nur vormittags, am Wochenende oder an drei Abenden in der Woche – die Berufsfachschulen sollten sich auf die unterschiedlichen Wünsche ihrer Schüler und der Kitas einstellen, sagt Reinhard Tegebauer, Leiter der Oskar-Kämmer-Schule in Peine. Gerade Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, die nach einer längeren Familienphase wieder zurück in den Job wollen, seien oft eine Idealbesetzung für die Arbeit in Krippen, meint Stephanie Siesenop, die an der Oskar-Kämmer-Schule die Ausbildung der Sozialassistenten verantwortet.

Wie die Opposition bemängelt auch der VDP, dass es zu wenig Sozialpädagogen für die künftigen Erzieher gibt. Das Studienfach wird in Niedersachsen nur an der Universität Lüneburg angeboten, und von den jährlich 30 Absolventen bleiben nur zehn im Land.

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