Diepholz

Ex-Landvolk-Chef soll Millionen veruntreut haben

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Foto: Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Landvolks Diepholz. Er soll Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben.

Stade/Diepholz - Der ehemalige Vorsitzende des Landvolks Diepholz soll Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Dabei gehe es um Planungskosten für einen Windpark, der allerdings nie realisiert wurde. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Stade wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall.

Die Staatsanwaltschaft Stade ermittelt gegen den früheren Vorsitzenden des Landvolks Diepholz wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall. Die Ermittlungen könnten mehrere Monate dauern, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Kai Thomas Breas, am Dienstag. Nach Angaben der Sprecherin des Landvolk-Kreisverbands Grafschaft Diepholz, Birte Brackmann, geht es um einem Millionenbetrag aus Windenergie-Geschäften. Nähere Informationen gab sie nicht. Der ehemalige Vorsitzende war zu einer Stellungnahme nicht bereit.

Zunächst hatte die Staatsanwaltschaft in Verden gegen den Mann wegen des Verdachts der Vorteilsnahme ermittelt. Dieser Vorwurf ist nach Breas Angaben inzwischen aber ausgeräumt. Stattdessen habe sich der Verdacht auf Untreue in einem solchen Umfang ergeben, dass die Staatsanwaltschaft Stade als Zentralstelle für Wirtschaftsstrafsachen eingeschaltet wurde, sagte Breas. Nach früheren und in verschiedenen Medien zitierten Angaben des Bauernverbandes geht es unter anderem um Planungskosten für einen nicht realisierten Windpark und den Abschluss eines Rahmenvertrags.

Bei einer Versammlung des Landvolks am Montag hinter verschlossenen Türen hätten sich viele Mitglieder geschockt von den Einzelheiten der Vorwürfe gezeigt, berichtete NDR 1 Niedersachsenam Dienstag. Es gehe auch um familiäre Verflechtungen. Der neue Vorstand sei mit 97 der Stimmen bestätigt worden.

dpa

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