Wasserverband zahlte Silberhochzeit

Exminister Funke wegen Untreue vor Gericht

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Foto: Karl-Heinz Funke steht in Braunschweig wegen Untreue vor Gericht.

Oldenburg - Früher war er Bundeslandwirtschaftsminister, jetzt steht er in Oldenburg vor Gericht: Karl-Heinz Funke wird Untreue vorgeworfen. Prozessbeginn ist Mittwoch.

Der frühere Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke muss morgen auf der Anklagebank des Landgerichts Oldenburg Platz nehmen. Gegen Funke und den ehemaligen Geschäftsführer des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbandes (OOWV) wird wegen Untreue verhandelt. So soll sich Funke im Jahr 2007 seine Silberhochzeit vom Wasserverband bezahlt haben lassen, dessen Vorsteher er war. Es ging um 8000 Euro. Als Verwendungszweck war eine Party für Anlieger einer OOWV-Baumaßnahme fingiert worden.

Außerdem soll Funke das Jahresgehalt des Geschäftsführers auf 270 000 Euro erhöht haben, obwohl der OOWV-Vorstand es zuvor auf 117.000 Euro begrenzt hatte. Darüber hinaus geht es um nicht genehmigte Gehaltszulagen für Vorstandsmitarbeiter in Höhe von 1,2 Millionen Euro.

Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hatte bereits seit Januar 2010 ermittelt und im Mai 2011 Anklage erhoben. Der Beginn der Hauptverhandlung war mehrmals verschoben worden, weil nachermittelt werden musste.

Funke blickt auf eine steile Karriere zurück. Der frühere Sozialdemokrat wurde 1990 unter Ministerpräsident Gerhard Schröder Landwirtschaftsminister Niedersachsens und zog 1998 als erster sozialdemokratischer Agrarminister in das Bundeskabinett Schröders ein. Während der BSE-Krise musste Funke 2001 zurücktreten. Nach Bekanntwerden der Silberhochzeit-Affäre legte Funke seine politischen Ämter nieder und verließ nach einem innerparteilichen Streit die SPD. Seit der Kommunalwahl 2011 sitzt der frühere Spitzenpolitiker im Kreistag von Varel - als Abgeordneter der von ihm gegründeten Wählergemeinschaft „Zukunft Varel“.

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