Schulalltag

Experten fordern verpflichtende Lehrerfortbildungen

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Foto: Sollen Lehrer in den Ferien selbst die Schulbank drücken? Ja, sagen Experten.

Hildesheim - Eine Hildesheimer Bildungsforscherin will Lehrer bei Fortbildungen stärker in die Plficht nehmen. Warum finden keine Seminare in den Ferien statt und warum gibt es keine Fortbildungspflicht - auch für ältere Pädagogen?

Regelmäßige Fortbildung soll für Lehrer in Niedersachsen zur Pflicht werden. Die Forderung hat Margitta Rudolph nach einem zweitägigen Kongress mit rund 200 Experten an der Universität Hildesheim erhoben. Die Leiterin des Weiterbildungszentrums der Uni kritisierte, dass ältere Pädagogen so gut wie überhaupt keine Fortbildungsveranstaltungen mehr belegten. Rudolph schlägt ein Anreizsystem nach angloamerikanischem Vorbild mit Creditpoints vor. Wer sich weiterbilde, müsse auch bessere Karrierechancen haben. Derzeit liegen die meisten Veranstaltungen am Wochenende. Sinnvoll sei es, dafür auch die Ferien zu nutzen. Es sei nicht einzusehen, dass Pädagogen 13 Wochen Urlaub im Jahr hätten.

Positiv bewertet Rudolph den Aufbau regionaler Kompetenzzentren zur Lehrerfortbildung. Diese waren vor gut einem Jahr noch vom damaligen Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) angeschoben worden. Kern ist eine engere Verzahnung zwischen Fortbildungsangeboten des Landes und den Hochschulen, um so möglichst aktuell zu sein. Rudolph regte an, dass die Universitäten sich auf spezielle Themen konzentrieren sollten. So bietet die Uni Hildesheim viele Seminare zum gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern an.

Obwohl immer mehr jüngere Lehrer an den Schulen unterrichteten, die sich privat gut mit sozialen Netzwerken und digitalen Medien auskennen, spielt das Internet in der Pädagogik nur eine untergeordnete Rolle. „Das muss anders werden, hier brauchen wir dringend gute Fortbildungsangebote“, sagte Rainer Ballnus, Leiter des Zentrums für Medien des Landesinstituts für Schule aus Bremen.

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