Atommülllager

Experten sehen Chance für schnelle Asse-Sanierung

Wolfenbüttel - Fachleute gehen davon aus, dass sich die bislang nur schleppend anlaufende Bergung der radioaktiven Abfälle aus dem Atommülllager Asse erheblich beschleunigen lässt. Das ist das Ergebnis einer Fachtagung in Wolfenbüttel.

Zwei Tage lang hatten die Experten konferiert: Das Fazit des Treffens sei unter anderem gewesen, einen neuen Schacht und ein Zwischenlager unverzüglich zu planen und zu bauen, teilte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mit.

An dem Kongress in Wolfenbüttel hatten sich rund 110 Fachleute aus Behörden, Ministerien und Forschungseinrichtungen beteiligt. Der neue Schacht Fünf ist aus Sicht der Experten erforderlich, um die Abfälle sicher aus der Asse herauszubringen. Bislang verfügt das Bergwerk mit Schacht Zwei nur über einen größeren Zugang, durch den Menschen und Material unter Tage und wieder nach oben gelangen. Außerdem gibt es einen kleineren Belüftungschacht - Schacht Vier. Die Nachbarschächte Eins und Drei des ehemaligen Salzbergwerks waren schon früher voll Wasser gelaufen.

Das Zwischenlager wird benötigt, um die geborgenen Abfälle bis zu einer späteren Endlagerung aufzubewahren. Das BfS befürwortet bisher einen Standort in der Nähe der Asse, um längere Transportwege zu vermeiden.

Nach den derzeitigen Vorgaben dürfen das Zwischenlager und der Schacht erst gebaut werden, wenn die laufende Probephase abgeschlossen ist. In dieser Phase sollen zwei Kammern mit Atommüll angebohrt und geöffnet und ein Teil der Abfälle probeweise geborgen werden. Die Untersuchungen sollen sich aber noch über Jahre hinziehen. Würden jedoch während der Probephase schon weitere Anlagen gebaut, könne dies etwa beim Zwischenlager eine Zeitersparnis von zehn Jahren bringen, hieß es bei der Tagung.

dapd

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