Verschwundene Vierjährige

Fall Maddie: Deutsche auf Phantombildern

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Das Alterungsbild von der Metropolitan Police London zeigt, wie die verschwundene Madeleine McCann heute im Alter von Neun Jahren aussehen könnte.

London - Nach neuen Ermittlungen im Fall der spurlos verschwundenen Maddie McCann hofft die britische Polizei auf einen Durchbruch. Eine TV-Sendung soll am Montag neue Erkenntnisse zeigen.

Sowohl im Zeitablauf als auch bei der bisherigen „Version der Geschehnisse“ um das Verschwinden des Mädchens Madeleine in Portugal im Mai 2007 habe es „bedeutsame Veränderungen“ gegeben, teilte Scotland Yard am Sonntag nach neuen, zweijährigen Ermittlungen mit.

Die Erkenntnisse sollen am heutigen Montag in der BBC-Sendung „Crimewatch“ vorgelegt werden. In einer 25-minütigen detaillierten Rekonstruktion sollen Phantombilder zweier Männer gezeigt werden, die offenbar Deutsch sprachen und denen bislang kaum Bedeutung in dem Fall beigemessen wurde. Die Polizei in London und Manchester dementierte unterdessen einen Bericht des „Sunday Mirror“, nach dem es im Fall Maddie eine Festnahme gegeben habe. Dabei sollte es sich um einen Mann handeln, der sich auf einer Party damit gebrüstet haben soll, das Mädchen zu kennen.

Das „Crimewatch“-Programm soll am Mittwoch um 20.15 Uhr auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ ausgestrahlt werden. Die „Bild am Sonntag“ zitierte die Eltern McCann mit den Worten: „Sechs Jahre lang haben wir nicht aufgegeben, weltweit nach unserer Tochter zu suchen. Jetzt gibt es neue Informationen, neue Hoffnung.“ Scotland-Yard-Chefermittler Andy Redwood sagte: „Wir haben bei Null angefangen und alles neu analysiert, ohne das Vorhergegangene zu akzeptieren.“ Die Arbeit seines Teams habe neues Licht auf bisherige Erkenntnisse geworfen.

Nach Informationen der „Sunday Times“ könnte Maddie nach einem Einbruch in das Ferienapartment der McCanns entführt worden sein. Ihre Eltern, die Ärzte Kate und Gerry McCann, hatten die damals fast vierjährige Maddie und ihre jüngeren Geschwister während eines Abendessens in der Wohnung zurückgelassen. Die portugiesische Polizei hatte ihre Ermittlungen 2008 eingestellt. Scotland Yard hatte den Fall im Jahr 2011 in die Hand genommen.

dpa/afp/vm

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