Hochstaplerin vor Gericht

Falsche Lehrerin bekommt Bewährungsstrafe

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Bild: Die Angeklagte versteckt im Amtsgericht von Kiel, neben ihrer Anwältin Simone Trolldenier, ihr Gesicht hinter einem Aktenordner.

Kiel - Sie unterrichtete in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin und Schleswig-Holstein. Jahrzehntelang - und mit gefälschten Papieren. Heute ist die falsche Lehrerin aus Wismar zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt worden.

Sogar ihr Abiturszeugnis war gefälscht: Im Prozess gegen eine falsche Lehrerin, die bundesweit jahrelang mit gefälschten Zeugnissen unterrichtet haben soll, ist heute das Urteil gefallen. Die Frau aus Wismar ist vom Amtsgericht Kiel wegen Betrugs und Urkundenfälschung zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Damit folgt das Gericht der Forderung der Staatsanwalt. Es sah es als erwiesen an, dass die 50-Jährige aus Wismar zunächst ihr Lehrer-Diplom in Deutsch und Staatskunde, das sie noch in der DDR erhalten hatte, manipuliert hatte, um als Lehrerin arbeiten zu können. Die Richterin bescheinigte der 50-Jährigen eine hohe kriminelle Energie.

Seit Anfang der 1990er Jahre hatte die 50-Jährige - wohl auf der Grundlage selbst angefertigter Abschlüsse - in mehreren Bundesländern als Lehrerin gearbeitet. Ihren Aussagen zufolge gab es bereits an ihrer ersten Station als Lehrerin in Wolgast Verdachtsmomente gegen sie. Daraufhin wechselte sie nach Brandenburg, dann nach Berlin und war ab 2008 an einem Gymnasium in Mölln als Studienrätin tätig. Erst Ende 2012 wurde die mutmaßliche Hochstaplerin vom Schuldienst suspendiert.

Die Frau gehört zu einer Reihe von Hochstaplern, die in den letzten Jahren für Aufsehen gesorgt haben. Sogar ein Pilot gehörte zu Ihnen.

Der Schönheitschirurg

Mit gefälschten Dokumenten und Urkunden legte er sich einen medizinischen Werdegang zu, gab sich im Internet als plastischer Chirurg aus und nahm Dutzende Schönheitsoperationen vor - gegen Barzahlung. Seit Mai steht in Regensburg ein Mann aus der Oberpfalz vor Gericht. Er hat ein Geständnis abgelegt.

Der Psychologe

Ein verurteilter Drogenschmuggler gab sich als Doktor der Psychologie aus, fast zwei Jahre lang war er therapeutischer Leiter einer Drogenklinik am Niederrhein. Der Mann wurde 2010 wegen Betrugs, Urkundenfälschung und Titelmissbrauchs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Der Geistliche

Er taufte Kinder, schloss Ehen und fälschte Urkunden - 2003 wurde ein als falscher Diakon bekanntgewordener Krankenpflegerhelfer in Trier zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Der Pilot

Dreizehn Jahre lang beförderte er zehntausende Passagiere mit Jets mehrerer europäischer Gesellschaften durch die Welt. Dann flog der falsche Berufspilot aus Schweden auf und wurde 2010 wegen Fliegens ohne gültige Lizenz verurteilt. Geschult war er eigentlich nur für kleinere Maschinen.

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