Bremerhaven

Familie schmuggelt Zehntausende Zigaretten

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Foto: Als Haupttäter sehen die Ermittler den 50-Jährigen, der in 44 Fällen die illegalen Zigaretten weiterverkauft haben soll.

Bremen - Wie der Vater so der Sohn? Massenhaft unversteuerte Zigaretten aus Polen soll ein 50-Jähriger unterstützt von seinem Sohn in Bremerhaven vertickt haben. Der Steuerschaden umfasst fast ein Million Euro. Seit Mittwoch müssen sich die beiden Männer deshalb vor dem Bremer Landgerichts verantworten.

Schmuggel-Zigaretten im Wert von fast einer Million Euro sollen ein Vater und sein Sohn in Bremerhaven verkauft haben. Seit Mittwoch müssen sich die 50 und 22 Jahre alten Männer deshalb vor der Großen Wirtschaftsstrafkammer des Bremer Landgerichts verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, von 2012 bis 2014 einen schwunghaften Handel mit unversteuerten Zigaretten aus Polen betrieben zu haben. Die Angeklagten wollten sich am ersten Prozesstag zu den Vorwürfen nicht äußern.

Angeklagter nahm 750 Stangen entgegen

Als Haupttäter sehen die Ermittler den 50-Jährigen, der in 44 Fällen die illegalen Zigaretten weiterverkauft haben soll. Sein Sohn soll ihn in 25 Fällen unterstützt haben. Auf die Spur der Männer waren die Zollfahnder wegen eines ähnlichen Falls in Essen in Nordrhein-Westfalen gekommen.

Bereits 2013 konnten sie nach Angaben des Oberstaatsanwalts beobachten, wie ein Lieferant 750 Stangen Zigaretten an die Angeklagten übergab. In der Folgezeit überwachten sie die beiden Verdächtigen regelmäßig, um an die Hintermänner heranzukommen. Im vergangenen September griffen die Fahnder dann zu, als in der Wohnung des 50-Jährigen mehr als 650 Stangen illegale Zigaretten den Besitzer wechselten.

15 Kunden erhielten illegale Zigaretten

Der Vater und sein Sohn sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Ermittler sollen sie die Zigaretten an etwa 15 Kunden weiterverkauft haben. Pro Stange zahlten sie 16 Euro an die Lieferanten. Welchen Gewinn sie bei dem Geschäft gemacht haben könnten, konnte der Oberstaatsanwalt nicht beziffern.

Sollten die Richter den Hauptangeklagten wegen der kriminellen Machenschaften verurteilen, droht ihm eine Strafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Das Landgericht hat insgesamt zwölf Verhandlungstage vorgesehen. Der Prozess wird am 25. März fortgesetzt. Dann wollen die Richter die Angeklagten zu deren persönlichen Verhältnissen befragen.

dpa

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