Nach Groß Ilseder Familiendrama

Familienvater wegen Mordes an Kindern angeklagt

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Foto: Blumen, Kerzen und Stofftiere liegen am 18.06.2012 vor dem Haus in Ilsede, in dem ein Vater vermutlich seine vier Kinder im Schlaf tötete.

Hildesheim - Die Tat schockierte ganz Deutschland:Ein Familienvater aus dem Kreis Peine soll im Sommer seine vier Kinder im Schlaf umgebracht haben. Am Mittwoch beginnt der Mordprozess gegen den geständigen 37-Jährigen.

Der Vater der Kinder gestand bereits kurze Zeit nach der Tat bei der Polizei, seine drei Söhne und seine Tochter umgebracht zu haben. Von diesem Mittwoch an muss sich der Mann deswegen vor dem Landgericht Hildesheim verantworten. Für das Verfahren vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts sind zunächst fünf Verhandlungstage bis Anfang November geplant.

Das Gericht will auch mit Hilfe eines psychiatrischen Gutachters versuchen zu klären, was den Familienvater zu der Tat trieb. Nach den tödlichen Stichen hatte der Mann versucht, sich selbst umzubringen. Motiv für die Tat waren nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler Eheprobleme. Seine Frau soll ankündigt haben, sie wolle sich von ihm trennen. Die Mutter war im Ausland im Urlaub, als ihre Kinder daheim im Reihenhaus in ihren Betten starben.

Der Familienvater aus Groß Ilsede (Kreis Peine) hatte gestanden, die Söhne im Alter von fünf, sieben und neun Jahren sowie seine zwölf Jahre alte Tochter mit einem Cutter-Messer erstochen zu haben. Der Vater tötete seine Kinder laut Geständnis, während sie schliefen. Die Tochter wachte laut Anklage aber noch auf und wehrte sich gegen die Angriffe. Deswegen geht die Staatsanwaltschaft in diesem Fall von Totschlag aus. Die anderen Fälle wertet die Anklage als dreifachen Mord.

Die Tat hatte in Groß Ilsede im Kreis Peine viel Anteilnahme hervorgerufen. Rund 550 Menschen hatten bei einer ökumenischen Trauerfeier Abschied von den vier getöteten Kindern genommen. Mit der Aktion „Vier Sterne für Ilsede" wurden später auch Spenden für die Mutter gesammelt, um zumindest ihre finanziellen Sorgen zu mildern.

dpa

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