Geringer Aufzuchterfolg

Fasane verschwinden aus Niedersachsen

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Foto: Ein Fasan fliegt über ein Feld bei Sehnde in der Region Hannover. Der Bestand der Tiere geht beachtlich zurück.

Hannover - Die Fasane in Niedersachsen werden immer weniger. Warum das so ist? Das ist den Forschern noch weitgehend unklar. Aber sie haben einen Verdacht.

In Niedersachsen leben immer weniger Fasanen. Die Ursache für den massiven Rückgang des Bestands ist unklar. Selbst in den eigentlich fasanenreichen Gebieten im Westen und Norden Niedersachsens, wo die Tiere gute Lebensbedingungen finden, wurden 2013 nur etwa elf Fasanenhennen je Quadratkilometer gezählt. Im Vergleich zu den Vorjahren habe sich der Bestand damit mehr als halbiert, sagte Egbert Strauß von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho). Seit 2011 forschen Wissenschaftler der Hochschule an dem Phänomen, Strauß ist einer der Verantwortlichen für das Projekt.

Neuen Forschungserkenntnisse zufolge sind typische Geflügelseuchen, wie beispielsweise die Vogelgrippe, nicht der Grund für die schwindende Zahl der Tiere. Vielmehr vermuten die Wissenschaftler, dass der geringe Aufzuchterfolg - viele Jungtiere sterben - ausschlaggebend sei. „Wir haben durchaus Hinweise auf bestimmte Krankheitserreger gefunden, die wir vorher nicht vermutet hätten“, sagte Strauß. Diese Erreger befielen vor allem geschwächte Küken, die nicht genügend Abwehrkräfte haben.

Eine mögliche Ursache könnte Mangelernährung sein. Dass die Fasane immer weniger Nahrung finden, könnte daran liegen, dass immer weniger Insekten zu finden sind. „Das ist allerdings nur ein Verdacht, der noch überprüft werden muss“, sagte Strauß. Aussterben werden die Vögel nach Meinung der Forscher in naher Zukunft nicht, allerdings könne es so weit kommen, dass die Tiere nicht mehr gejagt werden dürfen.

Schon jetzt halten sich die Jäger im Land zurück. Nach Angaben von Florian Rölfing, Sprecher der Landesjägerschaft Niedersachsen, sank die Zahl der erlegten Tiere im vergangenen Jahr deutlich: Wurden im Jagdjahr 2011/2012 noch 57.000 Tiere erlegt, waren es im Jagdjahr 2012/2013 nur noch 45.000.

dpa

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