Sommerferien

Ferienangebote für Kinder immer wichtiger

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Hannover - Paddeln im Drachenboot, Ausflüge zum Flughafen, Rallyes durchs Museum: Die Kommunen bieten für Kinder in der Sommerzeit Hunderte Freizeitaktivitäten an. Denn Flugreisen können sich viele Familien nicht leisten.

Ende Juli jubeln die niedersächsischen Jungen und Mädchen über sechs Wochen Sommerferien, viele Eltern kommen dagegen schon vorher ins Schwitzen: Für sie bedeutet die Ferienzeit ein immenser Organisationsaufwand. Die meisten Berufstätigen können sich nicht so lange Urlaub nehmen, zudem fehlt vielen das Geld für tolle Reisen. Eine Rettung sind da die Ferienangebote der Kommunen. Das Land Niedersachsen sowie die Städte und Gemeinden stellen Zuschüsse beispielsweise für Fahrten bereit, so dass auch Kindern aus weniger begüterten Familien unbeschwerte Ferientage ermöglicht werden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.

„Die besten Angebote für Kinder aus finanziell schlechter gestellten Familien sind die, die für alle Kinder angeboten werden, unabhängig vom finanziellen Hintergrund. Nur so wird eine soziale Ausgrenzung verhindert“, sagte Eva-Maria Zabbée, Geschäftsführerin der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Familienfragen in Niedersachsen.

Nach Angaben des Sozialministeriums beziehen derzeit rund 161 200 Jungen und Mädchen unter 15 Jahren in Niedersachsen Hartz IV-Leistungen. Im Jahr 2012 war landesweit statistisch gesehen jedes fünfte Kind unter 18 Jahren von Armut gefährdet. Besonders betroffen sind Jungen und Mädchen von Alleinerziehenden sowie aus kinderreichen Familien. Vielerorts können sie die Ferienangebote aus den Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung bezahlen. Darüber hinaus fördert das Land Familienurlaube und -freizeiten, damit einkommensschwächere Familien gemeinsam Zeit verbringen können. Jährlich stehen hierfür laut Ministerium 879 000 Euro zur Verfügung.

Die Stadt Braunschweig bietet seit vielen Jahren zwei große und beliebte Ferienprogramme mit weit mehr als 1000 Angeboten an. Jährlich nehmen nach Auskunft der Stadt etwa 45 000 Kinder und Jugendliche teil. Für einkommensschwache Familien sowie für Geschwisterkinder gibt es Ermäßigungen. Rund 2500 Ferienpässe werden in Hannover jährlich verkauft, die Teilnehmerzahl ist um ein Vielfaches höher. Zu den neuen Angeboten in der Landeshauptstadt zählen BMX-Kurse, viertägige Hockey-Camps sowie ein Triathlon am Maschsee.

In Lüneburg sind viele Angebote umsonst. Bei den kostenpflichtigen Kursen reicht die Palette von zwei Euro für einen Grillnachmittag bis zu 87,50 Euro für einen einwöchigen Kurs Tastenschreiben am PC bei der Volkshochschule. „Es gibt den Trend, dass Eltern, insbesondere Alleinerziehende, sich die Urlaubstage sehr gut einteilen müssen und ihre Kinder gerne gut betreut in Angeboten wissen“, sagte Stadtsprecherin Suzanne Moenck.

In Oldenburg werden 2500 Ferienpässe und 1000 Mini-Pässe für 6- bis 17-Jährige verkauft. Unter den Ausflügen neu dabei ist beispielsweise eine Besichtigung des Bremer Flughafens. In Celle beteiligen sich der Stadtverwaltung zufolge rund 6000 Kinder an den Ferienangeboten. In Bremerhaven werden rund 3000 Ferienpässe verkauft.

dpa

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