Reisedokumente

Ferienzeit sorgt für Andrang bei Bürgerämtern

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Zur Urlaubszeit herrscht in niedersächsischen Bürgerämtern großer Andrang.

Hannover - Der Urlaub rückt näher, dann fehlt der Pass: Wer kurzfristig Reisedokumente benötigt, muss sich beeilen und auf längere Wartezeiten einstellen. Wie jedes Jahr ist der Andrang kurz vor den Ferien bei den meisten Bürgerämtern in Niedersachsen besonders hoch.

Wer kurz vor der Abreise in den Urlaub noch Reisedokumente braucht, muss sich in den meisten Städten Niedersachsens auf längere Wartezeiten bei den Ämtern einstellen. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. „Generell ist wie in jedem Jahr kurz vor den Ferien ein hoher Andrang zu verzeichnen“, sagt der Pressesprecher der Stadt Braunschweig, Rainer Keunecke. Grund dafür sei in diesem Jahr aber auch die Beantragung des Kinderreisepasses.

Die Anträge für den Kinderreisepass hätten sich in Braunschweig innerhalb der letzten Wochen im Vergleich zum Vorjahr verdoppelt, so Keunecke. „Da Kinder bei der Antragstellung persönlich anwesend sein müssen, gleicht die Schalterhalle mitunter einem großen Spielplatz.“ Einträge von Kindern im Reisepass ihrer Eltern sind seit dem 26. Juni 2012 nicht mehr gültig. Deshalb benötigen sie einen eigenen Pass. Insbesondere an Samstagen, Donnerstagen und Montagen seien in den Bürgerämtern Wartezeiten von bis zu zwei Stunden möglich.

Auch in Wolfsburg müssen die Bürger Geduld mitbringen. Weil in den Ämtern bereits die Urlaubszeit der Mitarbeiter anbreche, könnten nicht alle Schalter besetzt werden, sagt Pressesprecherin Elke Wichmann. Kleinere Anliegen wie die Ausgabe von fertigen Dokumenten könnten jedoch an Schnellschaltern erledigt werden. Die Bürger zeigten sich indes geduldig: Bislang habe sich noch niemand beschwert.

Obwohl Reisedokumente jedes Jahr für mehr Zulauf vor Ferienbeginn sorgten, seien die Wartezeiten in Hannover im Vergleich zum Vorjahr sogar minimal zurückgegangen, sagt Pressesprecher Udo Möller. „Die Notwendigkeit von Ausweisdokumenten gerät bei der Urlaubsvorfreude oft in Vergessenheit.“ Vor allem zur Mittagszeit und in den späten Nachmittagsstunden herrsche großer Andrang.

In Göttingen entstünden auch deshalb längere Wartezeiten, weil Abiturzeugnisse zur Anmeldung an Universitäten beglaubigt werden müssten, berichtet Sprecher Detlef Johannson. Die Stadt rät den Bürgern, möglichst früh am Tag zu kommen. Für die erste Jahreshälfte verzeichnet Göttingen einen leichten Anstieg an beantragten Dokumenten: Waren es in der ersten Hälfte des Vorjahres rund 11800, sind es 2012 etwa 12500.

In Osnabrück gebe es wegen der Diskussion um das neue Bundesmeldegesetz erhöhten Beratungsbedarf. Auch erkundigten sich viele Bürger über den Kinderreisepass, sagt Anja Rosin vom Fachbereich für Bürger und Ordnung. In den Bürgerbüros in Oldenburg bereite der erhöhte Andrang derzeit noch keine Schwierigkeiten, so Pressesprecher Andreas van Hooven. Die Zahl der beantragten Kinderreisepässe ist hier in der ersten Juliwoche im Vergleich zum Vormonat erheblich gestiegen: Waren es im Juni noch 54, wurden im Juli bereits 147 beantragt - ein Anstieg von 227 Prozent.

dpa

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