Freizeit der Deutschen

Fernsehen beliebteste Beschäftigung

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Foto: In ihrer Freizeit schauen die Deutschen am liebsten Fernsehen.

Berlin - Die Deutschen bleiben Couchpotatoes: In ihrer Freizeit schauen sie vor allem fern, lieben Handy, Computer und Internet. Immer weniger freie Zeit verbringen sie jedoch im Freien, so eine neue Studie.

In der Freizeit der Deutschen läuft vor allem die Flimmerkiste: Fernsehen bleibt hierzulande die Freizeitbeschäftigung Nummer eins, gefolgt von Radio hören und telefonieren. Das zeigt der aktuelle Freizeit-Monitor der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. „Allerdings wird das Fernsehen zunehmend zum Nebenmedium. Die Leute machen viele Dinge nebenher“, sagte Stiftungsleiter Prof. Ulrich Reinhardt.

Insgesamt spielen Medien in der Freizeit eine weiter wachsende Rolle: Fast zwei Drittel der Deutschen telefonieren inzwischen mobil, gut über die Hälfte nutzen regelmäßig Computer und Internet. Doch eine digitale Spaltung bleibt bestehen: Männer (59 Prozent) surfen öfter als Frauen (48 Prozent), Westdeutsche (55 Prozent) öfter als Ostdeutsche (46 Prozent) und Städter häufiger als Landbewohner. Fast drei Viertel der Menschen mit Abitur nutzen das Internet, aber nur gut ein Drittel derer mit Hauptschulabschluss. Und während vier von fünf Deutschen unter 35 Jahren regelmäßig online sind, ist es nur ein Viertel der über 55-Jährigen.

Auffällig seien dabei zwei Dinge, betonte Reinhardt: Immer weniger Freizeit wird außer Haus verbracht - unter den Top 15 ist keine Tätigkeit, die explizit im Freien stattfindet. Und: „Es gibt einen Spagat zwischen Wunsch und Wirklichkeit.“ Denn während Handy, Computer und Internet in der Freizeitgunst weiter zulegen, wächst gleichzeitig der Wunsch nach mehr Zeit für Erholung und soziale Kontakte. „Die Deutschen schaffen es nicht, in ihrer Freizeit das zu tun, was sie sich eigentlich wünschen“, resümiert Reinhardt.

Und was wäre das? Öfter spontan sein, ausschlafen, Sex haben, stehen im Wunsch-Ranking ganz oben. Doch vor allem Zeitnot und ein überborderndes Angebot hindere sie daran, sagt Reinhardt. Für die repräsentative Erhebung wurden 4000 Menschen befragt.

dpa

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