13. Brand im Kreis Hameln-Pyrmont

Der Feuerteufel gibt keine Ruhe

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Foto: Die brennende Lagerhalle zwischen Aerzen und Reher.

Aerzen - In der Nacht zu Dienstag war es wieder so weit. Zum 13. Mal hat es innerhalb von sieben Wochen im Kreis Hameln-Pyrmont gebrannt. Diesmal stand ein Lagerhallenanbau bei Aerzen in Flammen, der finanzielle Schaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf rund 100.000 Euro.

Etwa 60 Feuerwehrleute konnten verhindern, dass sich in der Halle gelagerte Gasflaschen entzündeten. Ein Wohnwagen und ein Motorboot wurden völlig zerstört.Die Polizei vermutet hinter allen Taten im Landkreis einen oder mehrere Brandstifter. Die Brandserie begann Anfang Oktober, seitdem fielen in den Gemeinden Aerzen und Emmerthal mehrere Scheunen, Vereinsheime und Gartenhäuser dem Feuer zum Opfer.

Eine siebenköpfige Ermittlungsgruppe der Polizei fahndet intensiv, aber konkrete Verdächtige gibt es bisher nicht. „Wir haben noch keine heiße Spur“, sagte Sprecher Heinz Mikus von der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden. Man treffe Vorkehrungen zur Brandvermeidung. Aus Rücksicht auf die Ermittlungen wollte der Sprecher sich dazu nicht näher äußern.

Der Serientäter legt seine Brände immer abends; dreimal gab es sogar zwei Brände an einem Abend. Die Serie fordert auch die Freiwilligen Feuerwehren im Umkreis enorm: Sie bestreiten das Löschen der Brände größtenteils mit wenig Unterstützung der in Hameln ansässigen Berufsfeuerwehr. Rund 4100 Ehrenamtliche der Freiwilligen Feuerwehren stehen nach Angaben von Kreisfeuerwehrsprecher Jörg Grabandt bereit.

Beim bisher größten Brand am vergangenen Donnerstag zwischen Kirchohsen und Grohnde seien rund 200 Kollegen im Einsatz gewesen. „Uns fehlt der Schlaf, aber unsere Arbeitgeber unterstützen uns – zum Glück“, sagte Grabandt. „Keiner verzagt hier. Mittlerweile sehen wir uns ja alle zwei Tage, verstehen uns blind, jeder weiß, was zu tun ist.“

Unterdessen geht bei den Bewohnern im Landkreis die Angst um. „Keiner weiß, wer der Nächste ist“, sagt der Feuerwehrsprecher. Das bestätigt auch der Aerzener Bürgermeister Bernhard Wagner (SPD). Er war schon bei mehreren Bränden am Ort des Geschehens und zeigt sich erschüttert: „Es ist schrecklich, die Einwohner sind sehr beunruhigt. Jeden zweiten Tag brennt es, da fragt sich jeder: Was ist als Nächstes dran?“

Einen Zusammenhang mit den Brandserien in Stadthagen im Nachbarkreis Schaumburg und in Neustadt am Rübenberge (Region Hannover) schließt Polizeisprecher Mikus aus: „Mittlerweile gehen wir von einem rein örtlichen Bezug aus.“ In Stadthagen brannte es in diesem Herbst neunmal, in Neustadt gab es seit Mitte September zwölf Brände, bei denen die Polizei von Brandstiftung ausgeht.

dpa

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