Unwetter in Niedersachsen

Feuerwehr lässt Haus nach Starkregen evakuieren

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Eine Mitarbeiterin eines Tierhandels steht in Bad Harzburg mit ihren Füßen in einem Deckel und schöpft dabei das Wasser ab.

Hannover - Überschwemmte Keller, reißende Flüsse und ein evakuiertes Haus: Gewitter und Starkregen haben in Südniedersachsen zwischen Dienstagabend und gestern Nachmittag zu teilweise chaotischen Zuständen geführt.

Als sich die Situation gegen 14 Uhr allmählich entspannte, machten sich die Feuerwehren ans große Aufräumen.

In Bad Harzburg seien bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, sagte der Sprecher der Kreisfeuerwehr Goslar, Wilfried Wellner. „Normalerweise sind 15 bis 20 Liter schon viel.“ Die Radau und auch der kleine Schamlahbach hätten sich in reißende Flüsse verwandelt, betonte der Sprecher, aus Gullideckeln sei das Wasser gesprudelt. „Der Stadtteil Bettingerode wurde so gar zweimal überflutet.“

Besonders hart traf es die 16 Bewohner eines Mehrfamilienhauses: Weil kurzzeitig ihre Sicherheit nicht mehr gewährleistet war, mussten die Mieter ihre Wohnungen verlassen. „Der Keller war bereits überflutet, das Wasser stieg und stieg“, sagte Wellner. Das Deutsche Rote Kreuz betreute die Bewohner in der Bad Harzburger Feuerwache.

„Unsere Befürchtungen haben sich letztlich aber nicht bestätigt“, meinte Wellner. „Nach drei Stunden konnten alle in ihre Wohnungen zurückkehren.“ In einer Tierhandlung der Stadt floss das Wasser in den Verkaufsraum, auf den Straßen habe das Wasser bis zu 25 Zentimeter hoch gestanden. Wie hoch der Gesamtschaden ist, kann die Feuerwehr erst feststellen, wenn das gesamte Wasser abgeflossen ist. Insgesamt waren in Bad Harzburg 280 Helfer an 200 Stellen im Einsatz.

Aber auch andere Gebiete in Niedersachsen waren betroffen: Im Landkreis Goslar musste die vierspurige B 6 bei Harlingerode gesperrt werden. Im Raum Gifhorn überflutete der Starkregen etliche Keller sowie Tiefgaragen und Straßenzüge. Unfälle oder Verletzte gab es dort laut Polizei aber nicht. In Damme im Kreis Vechta hingegen geriet der Wagen eines 22-Jährigen auf einer überschwemmten Straße ins Schleudern, der Fahrer wurde bei dem Unfall schwer verletzt.

In Hannover blieb die Lage vergleichsweise ruhig. Die Feuerwehr berichtete von überfluteten Kellern und Garagen. Zudem mussten Helfer einen Fahrstuhlschacht in einem Seniorenheim auspumpen. In Laatzen standen unter anderem eine Lagerhalle und eine Tiefgarage unter Wasser.

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