Südniedersachsen

Feuerwehren nach Unwetter im Dauereinsatz

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Foto: Heftige Unwetter mit Blitzschlag, Sturm, Hagel und Regengüssen haben in Südniedersachsen für einen Dauereinsatz der Feuerwehren gesorgt.

Göttingen - Erneut hat es in Niedersachsen schwere Unwettern gegeben. In Göttingen liefen zahlreiche Keller voll Wasser, auf der A7 kam es zu einem Unfall. Zudem stürzten Bäume auf Autos und Häuser.

Stundenlange Unwetter mit Blitzschlag, Sturm, Hagel und Regengüssen haben im südlichen Niedersachsen erhebliche Schäden verursacht. In der Nacht zum Mittwoch setzten Blitze drei Wohngebäude in Brand. In Wachenhausen (Kreis Northeim) entstand eine Schlammlawine. In vielen Orten wurden Straßen überflutet und Bäume umgeknickt. Nach einem Wassereinbruch über der Seitenbühne musste eine Vorstellung der Händel-Festspiele in Göttingen abgebrochen werden. Zahlreiche Keller liefen voll Wasser.

Alleine in Stadt und im Landkreis Göttingen mussten die Feuerwehren mehr als 500 Mal ausrücken. Hunderte Helfer waren im Einsatz. Betroffen waren auch die Landkreise Northeim, Goslar und Hildesheim. Verletzt wurde nach Angaben der Polizei niemand.

„In der Einsatzzentrale gingen die Notrufe im Sekundentakt ein“, sagte der Sprecher der Göttinger Berufsfeuerwehr, Frank Gloth. „So etwas habe ich noch nie erlebt.“ Unter anderem seien ein Reiterhof und die Produktionshalle eines Industriebetriebes in Göttingen überflutet worden. Aus dem Keller des Universitäts-Auditoriums musste die Feuerwehr mehr als 500.000 Liter Wasser abpumpen. Im Neuen Rathaus gab es einen Wassereinbruch, weil die Rohrleitungen überlastet waren, berichtete ein Verwaltungssprecher. Im Stadtgebiet kippten Dutzende Bäume um. Teilweise stürzten sie auf Gebäude.

Besonders betroffen war auch der Raum Hannoversch Münden. Dort wurden zahlreiche Bäume entwurzelt. „Die Ortschaft Speele war fast vollständig abgesoffen“, sagte Feuerwehrsprecher Gloth. Die B80 unterhalb der Werratalbrücke der A7 musste wegen herabgestürzter Steine vorübergehend gesperrt werden. Überschwemmungen und zum Teil durch Wasser aufgerissene Fahrbahnen gab es auch in Langelsheim, Wolfshagen, Lautenthal und Astfeld (alle Kreis Goslar).

Blitzschläge hatten in der Nacht in Bad Gandersheim, Vienenburg (Kreis Goslar) und Warzen (Kreis Hildesheim) Wohngebäude in Brand gesetzt. Die Wehren bekamen die Flammen aber überall schnell unter Kontrolle. Den Schaden durch die Blitzeinschläge schätzt die Polizei auf zusammen rund 100.000 Euro.

Während die Helfer am Mittwoch noch damit beschäftigt waren, Bäume und herab gefallene Äste zu beseitigen, sorgte ein weiterer Gewitterguss in Göttingen für die nächsten Notrufe. Erneut liefen zahlreiche Keller voll Wasser. Die Feuerwehr rückte zu weiteren 40 Einsätzen aus.

dpa

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