Schleuser muss ins Gefängnis

14 Flüchtlinge in einem Auto

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Wurde jetzt verurteilt: Iosif N.

Hildesheim - Weil er 14 syrische Flüchtlinge illegal von Italien nach Deutschland transportiert hatte, hat das Amtsgericht Hildesheim einen rumänischen Schleuser zu einer Freiheitsstrafe von26 Monaten verurteilt.

Ob der Mann Mitglied einer organisierten Bande war, konnte nicht nachgewiesen werden. Mögliche Drahtzieher der Aktion blieben im Dunkeln.

Der Mailänder Vorort San Donato gilt in Ermittlerkreisen als Drehscheibe der internationalen Schleusermafia. Unweit des Bahnhofs fädeln die Bandenmitglieder die Touren nach Deutschland und Skandinavien ein, lassen sich dafür fürstlich bezahlen. Ohne Rücksicht auf die Sicherheit ihrer Passagiere: Je mehr Menschen in einen Transporter passen, desto höher der Profit.

Am 25. April war der Ort erneut Ausgangspunkt eines Menschentransports, der auf dem Rastplatz Hildesheimer Börde durch die Polizei sein Ende fand. Ein gewisser Mustafa soll an jenem Tag den Rumänen Iosif N. in San Donato angesprochen und ihm 2700 Euro für die Passage Mailand–Kopenhagen geboten haben. Iosif N., ein 31-jähriger Berufskraftfahrer, sollte angeblich sieben syrische Touristen nach Dänemark bringen.

Dass im Schutze der Dunkelheit dann aber sieben Erwachsene, sechs Kinder und ein Jugendlicher in seinen Mercedes Sprinter eingestiegen waren, wollte der Angeklagte nicht bemerkt haben. Auch nicht, dass der Neunsitzer völlig überladen gewesen war. Das sei ihm erst bei einem Zwischenstopp in Ulm aufgefallen, beteuerte der 31-Jährige. Bis zu diesem Zeitpunkt sei er davon ausgegangen, dass seine Fahrgäste im Besitz gültiger Einreisepapiere gewesen seien.

Mit einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zwei Monaten blieb das Schöffengericht vier Monate unter der von der Staatsanwaltschaft geforderten Freiheitsstrafe. Dem Angeklagten musste nach Auffassung des Gerichts klar gewesen sein, dass er nicht nur sieben, sondern 14 Passagiere an Bord gehabt habe. Auch der hohe Fahrpreis von 2700 Euro spreche für eine illegale Fahrt.

Da das Gericht davon ausging, dass der Verurteilte die Zeit bis zum Haftantritt zur Flucht in sein Heimatland nutzen könnte, blieb der Haftbefehl gegen den 31-Jährigen bestehen.

Peter Rütters

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