Archäologische Sensation

Förster findet 6000 Jahre altes Steinbeil

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Foto: Das jungsteinzeitliche Felsgesteinbeil ist noch immer so scharf, dass es seine ursprüngliche Funktion gut erfüllen könnte.

Dörpe - Durch puren Zufall ist im Landkreis Hameln-Pyrmont ein altes Steinbeil aus der Jungsteinzeit wiederentdeckt worden. Archäologen sind begeistert, denn es handelt sich um ein besonders gut erhaltenes Exemplar. Und obwohl das Beil rund 6000 Jahre alt ist, sollte man es nicht leichtfertig benutzen.

Dass ein Stück des Osterwaldes bei Dörpe im Kreis Hameln-Pyrmont als Hutewald für Hochlandrinder hergerichtet wird, ist für die Tiere vermutlich schön. Für den Bezirksarchäologen Friedrich-Wilhelm Wulf (im Bild) ist es ein Glücksfall. Im Aushub eines Tümpels, aus dem die Rinder künftig trinken sollen, hat ein Förster nämlich durch Zufall einen wissenschaftlich wertvollen Fund gemacht: Er entdeckte ein etwa 6000 Jahre altes Steinbeil.

"Es handelt sich um ein herausragend gut erhaltenes Exemplar aus der Jüngeren Steinzeit", sagte Wulf, der beim niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege in Hannover tätig ist. Das 18 Zentimeter lange Beil sei so scharf, dass es noch heute seine ursprüngliche Funktion erfüllen könnte. Die "Deister- und Weser-Zeitung" hatte berichtet, dass entsprechende Beile in der Steinzeit zum Fällen von Bäumen und als Waffe eingesetzt wurden.

Bei dem Werkzeug, das aus Felsgestein angefertigt wurde, handele es sich um ein sogenanntes spitznackiges Beil, sagte Wulf am Dienstag. "Die Schneide ist perfekt geschliffen und scharf." Die Zufallsentdeckung sei umso bedeutsamer, als es aus der Zeit um 4000 vor Christus nur wenige Funde gebe. Das Beil gehöre zur sogenannten Michelsberger Kultur, erklärt der Archäologe. "Das waren Menschen, die von etwa 4200 bis 3800 vor Christus in der Gegend gesiedelt und hier Ackerbau und Viehzucht betrieben haben."

Das historische Werkzeug soll jetzt im Landesamt für Denkmalpflege gründlich untersucht werden. "Unter anderem wollen wir das Gestein bestimmen und herausfinden, woher es stammt", sagte Wulf. Was anschließend mit dem Fund passieren soll, sei noch offen.

dpa

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