Syrien

Frachter mit Giftgasresten trifft in Bremen ein

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Giftgasreste aus Syrien sollen in der Lüneburger Heide entsorgt werden.

Bremen - Bei einem Giftgasangriff in Syrien starben 2013 Hunderte von Menschen. Das Chemiewaffen-Arsenal des Assad-Regimes ist inzwischen vernichtet. Die Reststoffe werden jetzt in Deutschland entsorgt.

Ein Frachter mit Senfgas-Resten aus Syrien ist erstmals in Deutschland angekommen. Das US-Schiff "Cape Ray" machte am Donnerstag in Bremen fest. Am Freitag sollen die Container entladen werden. Gefahr geht nicht mehr von ihnen aus. "Das sind keine Kampfstoffe mehr. Sie wurden bereits unschädlich gemacht", sagte Bundeswehr-Sprecher Jürgen Engelhardt. Eine Spezialfirma soll die Chemikalien in Munster entsorgen. Lastwagen werden diese am Freitag dorthin bringen. Die "Cape Ray" sollte ursprünglich erst am Freitag Bremen erreichen. "Das Schiff ist früher gekommen, weil alles super geklappt hat", sagte Engelhardt. Die Fregatte "Hamburg" begleitete das Spezialschiff bis in den Hafen. Auf ihm war das Senfgas auf hoher See im Mittelmeer vernichtet worden. Mit Wasser wurde es in Substanzen aufgespalten, die nicht gefährlicher sein sollen als Industrieabwässer. Übrig geblieben sind etwa 370 Tonnen Flüssigkeit und 30 Tonnen feste Stoffe.

Bei einem Giftgasangriff in Syrien waren im August 2013 rund 1400 Menschen getötet worden, darunter viele Kinder. Die grauenvollen Bilder gingen um die Welt. Auf internationalen Druck stimmte Syriens Machthaber Baschar al-Assad schließlich zu, seine Chemiewaffen abzugeben und im Ausland unschädlich machen zu lassen. Auf der "Cape Ray" waren rund 600 Tonnen Chemikalien für die Herstellung von Senfgas und Sarin zerstört worden. Die schwach giftigen Reste sollen Spezialanlagen in Finnland und auf dem Truppenübungsplatz in Munster in der Lüneburger Heide beseitigen. Dort wird die Gesellschaft zur Entsorgung von chemischen Kampfstoffen und Rüstungsaltlasten die Chemikalien in Verbrennungsöfen vernichten. Am Ende wird nur noch ein Salz übrig bleiben, das in Fässern in einem Salzbergwerk in Thüringen eingelagert wird. Voraussichtlich fünf Monate wird die Entsorgung dauern.

dpa

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